2005
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2005
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2005-05-09
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-13110
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/60736/files/Horn_Julia.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; Cataracta secundaria (frei) ; Hinterkammerlinse (frei) ; Grauer Star (frei) ; Staroperation (frei) ; Kapsulorhexis (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
EINFÜHRUNG: Die Katarakt besitzt als weltweit häufigste Augenerkrankung und Erblindungsursache eine große Bedeutung. Da die Kataraktextraktion mit Implantation einer Hinterkammerlinse zur Zeit die Therapie der Wahl darstellt, muss die Nachstarbildung als häufigste Spätkomplikation eine besondere Bedeutung finden. MATERIAL UND METHODE: Hierzu wurden 38 Patienten mit durchgeführter extrakapsulärer Kataraktextraktion und Phakoemulsifikation über einen Zeitraum von 44 Tagen 4mal nachkontrolliert und die Ergebnisse durch Photos dokumentiert. 20 Patienten erhielten eine CeeOn Edge 911 A Intraokularlinse, 18 eine AcrySof MA 60. Bei jeder Nachuntersuchung erfolgte eine Refraktionsbestimmung, eine Visusprüfung und eine Spaltlampenuntersuchung mit besonderer Berücksichtigung folgender nachstarrelevanter Punkte : Entwicklung einer Hinter- bzw. Vorderkapselfibrose, Ausbildung einer Hinterkapselfalte, Kapsulorhexisrandlokalisation und Zentrierung der Linse. Rhexisdurchmesser und -fläche wurden anhand der Photos für jeden Kontrolltermin bestimmt und Veränderungen (Schrumpfung oder Größenzunahme) somit erfasst. ERGEBNIS: Einflussfaktoren auf die Rhexisgröße: 1. Kapsulorhexisrandlokalisation: Bei Gruppe 1 (Rhexis bleibt stabil 360° auf der Optik) im Vergleich zur Gruppe 2 (Rhexis < 360° auf der Optik) zeigten sich signifikant kleinere Rhexisdurchmesser im Untersuchungszeitraum. 2. Linsentyp: bei CeeOn Edge Linsen fiel der Rhexisdurchmesser signifikant größer aus als bei AcrySof ( Kovarianzanalyse p-Wert 0,0493 ).3. Kein signifikanter Einfluss auf den Rhexisdurchmesser zeigte sich bei der Hinterkapselfalte, der Vorder- und Hinterkapselfibrose. Vergleich CeeOn Edge/ AcrySof : Signifikant häufigeres Auftreten von Hinterkapselfalten bei AcrySof Linsen (p-Wert 0,004402); keine signifikanten Unterschiede bei Hinter- und Vorderkapselfibrose und Kapsulorhexisrandlokalisation. Verhalten der vorderen Kapselöffnung : Bei Gruppe A (Rhexiszunahme) im Vergleich zur Gruppe B (Rhexisabnahme) fiel ein größerer initialer Rhexisdurchmesser und eine deutliche Größenzunahme im Verlauf auf. Gruppe A Mittelwert am 2.-6-Tag postoperativ 5,09 mm; Gruppe B am 2.-6-Tag postoperativ 4,77 mm. Einflussfaktoren auf die Hinterkapselfibrose: Im Untersuchungszeitraum zeigte sich nur der Ausprägungsgrad 1 und 2 (entspricht einer sehr leicht bis leichten Hinterkapselfibrose). Ausprägungsgrad 2 trat ausschließlich bei Gruppe A (s.o.) und bei Augen mit einem Rhexisdurchmesser größer als 4,77 mm auf. Bei Patienten mit einer Verlagerung der Rhexis peripher der Optik kam es auch tendenziell zu einem häufigeren Auftreten einer Hinterkapselfibrose. ZUSAMMENFASSUNG Die Resultate dieser Studie deuten daraufhin, dass zu Verbesserung der Nachstarprävention die Kapsulorhexis ungefähr bei 4,77 bis 5,0 mm liegen sollte. Eine größere Vorderkapselöffnung erhöht signifikant das Risiko einer Verlagerung des Rhexisrandes peripher der Optik. Statistisch kann diese Studie nicht belegen, dass eine teilweise Aufweitung der Rhexis über die Optik hinaus das Risiko einer Hinterkapselfibrose erhöht. Der Trend geht jedoch in diese Richtung und Ergebnisse anderer Studien deuten daraufhin. Bezüglich der beiden Linsentypen zeigt sich ein statistisch signifikant häufigeres Auftreten von Hinterkapselfalten bei AcrySof Linsen. Weiterhin gibt es Hinweise auf ein schlechteres Kapsulorhexisrandverhalten der CeeOn Edge Linse. Diese geht tendenzielle auch etwas häufiger mit der Ausbildung einer Hinterkapselfibrose einher. Für eine abschließende Bewertung auch hinsichtlich des optimalen Linsentyps ist der Beobachtungszeitraum zu kurz. Daher müssen die in dieser Arbeit gewonnenen Ergebnisse besonders vor dem Hintergrund vorhergegangener Publikationen betrachtet und in 2-3 Jahren erneut begutachtet werden.INTRODUCTION: Cataract is one of the most common ophthalmologic entities. If left untreated, it inevitably leads to blindness. Current gold standard of treatment is the cataract extraction and subsequent implantation of an intraocular lens (IOL) into the posterior capsule. Posterior capsule fibrosis and subsequent opacification (PCO) represents the most prevalent long-term complication of this treatment option and the objective of this study. MATERIALS AND METHODS: 38 patients following cataract extraction and phacoemulsification were included in this trial, receiving 4 eye examinations over a 44 day period. Results were documented as digital photographs. 20 patients had received a CeeOn Edge 911A (Alcon) IOL, 18 an AcrySof MA 60 (Pharamacia). Each eye examination included determination of refraction, visus as well as a slit lamp exam of the following parameters: posterior and/or anterior capsule fibrosis, development of posterior capsule folding, localisation of capsulorhexis and lens centering. After each re-examination, rhexis length and area were determined using the photographs. RESULTS: Parameters influencing size of rhexis: Location of capsulorhexis: Group 1 (rhexis stable at 360° on lens) vs. Group 2 (rhexis < 360° on lens) showed significantly smaller diameter of rhexis in the experiment. 2. Lens type: CeeOn Edge lenses had a significantly larger diameter of the capsulorhexis than AcrySof (p<0,05). 3. Neither presence of posterior capsule folding, nor posterior/anterior capsule fibrosis correlated with rhexis diameter. Comparison CeeOn Edge vs. AcrySof: Significantly higher incidence of posterior capsule folding with AcrySof lenses (p<0,05). No significant differences between the two lenses on the parameters posterior/anterior capsule fibrosis and location of capsulorhexis. Properties of anterior capsule orifice: Group A (increasing rhexis size) vs. Group B (decreasing rhexis size) demonstrated a larger initial rhexis diameter and a noticeable larger rate of rhexis size increase. Average diameter of Group A rhexes on day 2-6 post-op was 5,09 mm vs. Group B with 4,77 mm. Parameters impacting posterior capsule fibrosis: In general, only stage 1 or 2 (very slight to slight) posterior capsule fibrosis was witnessed in this experiment. Stage 2 was only seen in Group A and in rhexes > 4,77 mm in diameter. Rhexes placed excentric of lens center also showed a tendency toward a higher prevalence of posterior capsule fibrosis. SUMMARY: The results of this study indicate that for prevention of PCO capsulrhexis diameter should be between 4,77 and 5 mm. A larger rhexis significantly increases the risk for displacement of the rhexis excentric of lens center. This study cannot statistically prove that a displacement of the rhexis increases the risk for posterior capsule fibrosis, but indicates this correlation, thus supporting numerous studies by other authors. There was a statistically higher incidence of posterior capsule folding with AcrySof lenses. With CeeOn Edge lenses we saw a worse performance in terms of capsulorhexis displacement. This lens also appears to increase the risk for posterior capsule fibrosis. A definitive evaluation and recommendation of the better lens is inhibited by the short time frame chosen for this study. A reassessment should be made in 2-3 years.
Fulltext:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT014644705
Interne Identnummern
RWTH-CONV-122429
Datensatz-ID: 60736
Beteiligte Länder
Germany
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