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Prognostische Bedeutung und ätiologische Aspekte von Leberfunktionsstörungen bei internistischen Intensivpatienten



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Kerstin Wernken, geb. Franzel

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2005

UmfangI, 115 S. : graph. Darst.


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2005


Genehmigende Fakultät
Fak10

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2005-06-28

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-12143
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/61780/files/Wernken_Kerstin.pdf

Einrichtungen

  1. Medizinische Fakultät (510000-1)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; Leberdysfunktion (frei) ; Intensivpatienten (frei) ; Prognostische Scores (frei) ; Organinteraktionen (frei) ; Medikamentennebenwirkungen (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610

Kurzfassung
Die vorliegende retrospektive Studie befasst sich mit der Bedeutung von Leberfunktionsveränderungen bei internistischen Intensivpatienten. Sie verfolgte folgende Ziele: 1. Bewertung der prognostischen Bedeutung des hepatischen Organsystems. 2. Gewinnung eines Überblicks über den Verlauf der Leberfunktion und die Inzidenz von Leberschädigungen bei Intensivpatienten. 3. Ermittlung der ätiologischen Aspekte einer Leberfunktionsverschlechterung. 4. Erfassung der Auswirkung dieser Funktionseinschränkung auf andere Organsysteme. Dreihundert Patientenakten einer internistischen Intensivstation wurden hinsichtlich des Zustandes der Leberfunktion zum Aufnahmezeitpunkt und seiner Veränderung unter intensivmedizinischer Behandlung ausgewertet. Gruppe I: Patienten, bei denen keine erhöhten Werte während des gesamten Verlaufes festgestellt worden waren Gruppe II: Patienten, bei denen es zu einer stetigen Besserung der Leberwerte kam Gruppe III: Patienten mit einer gleichbleibend persistierenden Leberwerterhöhung Gruppe IV: Patienten, bei denen eine Verschlechterung der Leberfunktion zu beobachten war Die Auswertung der leberspezifischen Surrogatmarker zeigte, dass 60% der Patienten keine laborchemisch erfassbare Leberschädigung während des gesamten intensivmedizinischen Verlaufs aufwiesen. Eine stetige Verschlechterung der Leberfunktion entwickelte sich bei 21% der Patienten des Gesamtkollektivs. Zur Klärung der prognostischen Bedeutung der Leberfunktion bei Intensivpatienten wurden sowohl die Mortalitätsrate als auch die Liegezeiten der einzelnen Gruppen beobachtet. Das Mortalitätsrisiko bei Patienten mit einer Verschlechterung der Leberfunktion war mit einer Mortalitätsrate von 41% insbesondere im Vergleich zu Patienten ohne Leberschädigung (Mortalitätsrate: 15%) signifikant erhöht. Die Liegezeiten auf der Intensivstation waren bei Patienten mit einer Verschlechterung der Leberfunktion (X=19,9 Tage) tendenziell länger als bei den Patienten ohne Leberschädigung (X=10,8 Tage). Diese beiden Beobachtungen zeigten, dass Patienten mit einer zunehmenden hepatischen Dysfunktion eine ungünstigere Prognose aufwiesen. Beide Beobachtungen können Folge einer erhöhten Morbidität dieser Patienten sein. Unabhängig vom Aufnahmezustand der Leber kam es bei etwa gleichen prozentualen Anteilen zu einer Verschlechterung der Leberfunktion im weiteren Verlauf. Insbesondere die männlichen Patienten waren hiervon betroffen. In der Gruppe mit einer Verschlechterung der Leberfunktion waren 67% der Patienten männlichen Geschlechts. Die weiblichen Patienten zeigten ein deutlich höheres Potential bezüglich der Erholung der Leberfunktionseinschränkung (Gruppe I: 80% weiblich). Das Alter wies in der vorliegenden Studie keine Beziehung zu Veränderungen der Leberfunktion auf. Nicht nur leberspezifische Erkrankungen, sondern auch sogenannte sekundäre Erkrankungen wie generalisierte Perfusionsstörungen oder infektiöse Krankheitsbilder werden mit einer Erhöhung der Leberparameter in Verbindung gebracht. In unserer Studie konnte ein tendenzieller Zusammenhang zwischen der Anzahl dieser Risikoerkrankungen pro Patient und Leberwertverschlechterungen im Verlauf aufgezeigt werden. Das hepatische System kann durch verschiedene Therapiemaßnahmen beeinflusst werden. Diese Studie belegte einen signifikanten Zusammenhang zwischen Erythrozytenkonzentratgabe und Verschlechterung der Leberfunktion. Auch die Verabreichung einer parenteralen Ernährungsform über einen längeren Zeitraum scheint mit einer Funktionsverschlechterung der Leber einherzugehen. Nahezu die Hälfte der verabreichten Medikamente (47,5%; n=133) wies potentielle hepatotoxische Eigenschaften auf. Patienten mit Leberwertverschlechterungen erhielten durchschnittlich die höchste Anzahl dieser Medikamente (X=7,4 potentielle hepatotoxische Medikamente pro Patient). Dies stellt einen signifikanten Unterschied zu Patienten ohne Leberfunktionseinschränkungen (X=4,8 potentielle hepatotoxische Medikamente pro Patient) dar. Zum einen können diese angeführten Therapiemaßnahmen selbst Auslöser von Leberwertverschlechterungen sein. Andererseits handelt es sich gerade bei den Patienten, die ausgeprägte Therapiemaßnahmen erhalten, um multimorbidere Patienten. Die Verschlechterung der Leberfunktion kann diesen kritischeren Zustand der Patienten widerspiegeln. Organinteraktionen zwischen hepatischem und renalem Organsystem sind bereits unter physiologischen Bedingungen bekannt und werden insbesondere bei pathologischen Veränderungen eines dieser beiden Organsysteme ersichtlich. Aufgrund von fehlendem Datenmaterial war eine eindeutige Beurteilung der Nierenfunktion jedoch nicht möglich, so dass in dieser Studie keine signifikante Beziehung zwischen Leber- und Nierenfunktion dargestellt werden konnte. Eine Erhöhung der Surrogatmarker der Leberfunktion wird im klinischen Alltag häufig bei Intensivpatienten beobachtet. Trotzdem stehen bei der Überwachung und Behandlung dieser Patienten die Parameter des Herz-Kreislauf-Systems, der Lungen und der Nieren im Vordergrund. Diese Studie zeigt jedoch auf, dass Verlaufveränderungen der Leberfunktion durchaus prognostische Bedeutung aufweisen und bei der Einschätzung der Morbidität des einzelnen Patienten und Therapieentscheidungen sinnvolle Parameter darstellen können.

The present retrospective study deals with the importance of liver dysfunction regarding internal critical care patients. The following aims were persuited by the study: 1. Evaluation of the prognostic importance of the hepatic function. 2. To attain an overview of hepatic function development and the incidence of liver dysfunktion of internal critical care patients. 3. Identification of atiologic aspects of liver dysfunction. 4. Effects of hepatic dysfunction on other organ systems. 300 patient records of an internal intensive care unit were analysed regarding the liver function at admission and its changes under critical care treatment. The patients were organized into four groups: Group I: Patients having no raised liver enzymes during the whole treatment Group II: Patients having a steady recovery of a liver dysfunction Group III: Patients having a constant persisting liver dysfunction Group IV: Patients with worsening of the liver function. The analysis of the liverspecific marker revealed, that 60% of critical care patients did not have a liver dysfunction during the whole treatment at all. 23% of all patients had a dysfunction of the liver at admission to the critical care unit, a recovery of this constricted liver funkction was seen in 62% of these patients. A constant worsening of the liver function was surveyed in 21% of all patients. To evaluate the prognostic importance of the liver function we surveyed the mortality rate and lengths of stay on the critical care unit. The patients with worsening of liver function had a significant higher risk to die and tended to stay longer on the ward, especially compared to the patients without a liver dysfunction (41% vs.15%; X=19,9 days vs. X= 10,8 days). The higher mortality-rate and longer stay on the critical care unit revealed, that patients with a constant worsening of the liver function had a worse prognosis than the other patients. Both of these observations can be a result of a higher morbidity. The condition of the hepatic organ system at admission to a critical care unit does not allow any conclusion about its development during critical care treatment. Worsening of the liver function was seen in approximately the same percentage of patients, independently whether there was a liver dysfunction or not at admission to the critical care unit (17% vs. 22%). Especially males tended to have a worsening of liver function (67% of group IV were males), and females tended to have a greater recovery potency (80% of group II were female). The age did not have a significant impact on the liver function. The hepatic organ system can be influenced by different kinds of treatment. This study revealed a singificant association between transfusionrate and worsening of the liver function (Group I: X=1,7 transfusions vs. Group IV: X=6 transfusions). The application of total parenteral nutrition over a longer period of time also seemed to be associated with an impairment of the liver function. Regarding drugs, almost half of the applied substances had a potencially hepatotoxicity (47,5%; n=133). Patients of goup IV were applied the highest number of these drugs (X=7,4). Especially compared to the patients without liver dysfunction (X=4,8 potentially hepatotoxic drugs) there was a significant difference. On the one hand these kind of above mentioned treatments themselves could trigger liver dysfunction. On the other hand patients who get all these different kind of treatment (parenteral nutrition, transfusions, high number of different drugs) are the more ciritical ill persons. The dysfunction of the liver could once again be an indicator for a higher morbidity. Interaction between the renal and hepatic organ system ist already known under physiological circumstances and becomes obvious under pathologic conditions. In this study both organ function were opposed to each other. But because of the missing data it was not possible to evaluate the renal function correctly and therefore no significant relation between the renal and hepatic organ system could be drawn. An increase of liver enzymes is often been seen in critical ill patients. Still more emphasis is placed on the cardiac, pulmonary and renal organ systems. But this study pointed out that changes in liver function also have prognostic significance and should not be underestimated.

Fulltext:
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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT014519827

Interne Identnummern
RWTH-CONV-123404
Datensatz-ID: 61780

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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The record appears in these collections:
Document types > Theses > Ph.D. Theses
Publication server / Open Access
Faculty of Medicine (Fac.10)
510000\-1
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 Record created 2013-01-28, last modified 2026-06-02


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