2007
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2007
Genehmigende Fakultät
Fak07
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2007-06-16
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-19641
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/62364/files/Lang_Jonas.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
g-Faktor <Psychologie> (Genormte SW) ; Verhaltensanpassung (Genormte SW) ; Veränderungsmessung (Genormte SW) ; Arbeitspsychologie (Genormte SW) ; Organisationspsychologie (Genormte SW) ; Intelligenz (Genormte SW) ; Transfer (Genormte SW) ; Psychologie (frei) ; Adaptionsfähigkeit (frei) ; generelle mentale Fähigkeit (frei) ; unvorhergesehene Veränderungen (frei) ; diskontinuierliche Mischeffektmodelle (frei) ; adaptability (frei) ; general mental ability (frei) ; intelligence (frei) ; unforeseen change (frei) ; discontinuous mixed-effect models (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 150
Kurzfassung
In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich durch die Globalisierung und den rasanten Vormarsch neuer Technologien die Komplexität und Dynamik des Arbeitslebens erhöht. Wie nie zuvor werden Organisationen, Arbeitsteams und der einzelne Mitarbeiter heutzutage mit immer schnelleren Veränderungen der Märkte sowie fundamentalen technischen Neuerungen konfrontiert. In der Literatur herrscht ein Konsens darüber, dass die Fähigkeit sich schnell an unvorhergesehen Veränderungen anzupassen für ein Schlüsselfaktor ist, damit Individuen, Arbeitsteams und Organisationen in dieser neuen Arbeitsumgebung hohe Arbeitsleistungen erbringen können. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Adaptionsfähigkeit in der Arbeitswelt beschäftigt sich ein wachsendes Forschungsfeld mit der Identifizierung von individuellen Unterschieden, die erfolgreiche Adaption vorhersagen. Der Großteil dieser Forschung basiert dabei auf dem Aufgabenwechsel-Paradigma. Das Aufgabenwechsel-Paradigma ist ein experimentelles oder pseudo-experimentelles Design, in dem Individuen (oder Teams und Organisationen) mit einer neuen, komplexen Aufgabe konfrontiert werden, bis sie einen gewissen Kompetenzgrad zur Bewältigung der Aufgabe erlangt haben. Dann wird zu einem gewissen Zeitpunkt während der Fähigkeitsaneignungsphase etwas an der Aufgabe geändert, was adaptives Verhalten nötig macht. Typischerweise erfolgt diese Veränderung für die Individuen unerwartet (oder Teams und Organisationen). Bei der Untersuchung von Adaption innerhalb dieses Paradigmas sind Forscher in der Regel mit zwei zugleich konzeptionellen und methodischen Problemen konfrontiert. Das erste Problem ist, dass es notwendig ist adaptive Leistung klar von nicht-adaptiver Leistung abzugrenzen. Das zweite Problem ist in Forschungsdesigns zu berücksichtigen, dass Adaption ein dynamischer Prozess ist. Unlängst haben Forscher Fortschritte bei der Lösung beider Probleme gemacht, indem sie moderne Methoden zur Analyse von Veränderungsprozessen eingesetzt haben. Aufbauend auf dieser Forschung, verfolgte die vorliegende Dissertation zwei Ziele. Das erste Ziel der Dissertation war es, einen konzeptionellen und methodischen Forschungsansatz vorzuschlagen, der die bisherigen Herangehensweisen an die beiden Hauptprobleme der Adaptionsforschung sowohl integriert als auch erweitert. Methodisch basiert dieser Forschungsansatz auf dem Einsatz von diskontinuierlichen Mischeffektmodellen. Konzeptionell unterscheidet er zwischen zwei unterschiedlichen Arten von Adaption (Übergangsadaption und Wiederaneignungsadaption). Gleichzeitig erlaubt dieser Forschungsansatz nicht-adaptive Leistungskomponenten zu kontrollieren. Die Übergangsadaption bezeichnet den sofortigen Leistungsabfall nach der Einführung der Veränderung, während die Wiederaneignungsadaption sich auf die Fähigkeit bezieht, über die Zeit die veränderte Aufgabe wieder zu erlernen. Leistungskomponenten, die sich nicht speziell auf die adaptive Situation beziehen, beinhalten zum Einen die basale Leistung in einer Aufgabe – das grundlegende Niveau der Leistungsfähigkeit, welches sich nicht über die Zeit verändert – und zum Anderen die Fertigkeitsaneignung – die Fähigkeit eines Individuums seine Leistungen in einer Aufgabe über die Zeit zu verbessern. Das zweite Ziel der Dissertation war es, diesen neu entwickelten Forschungsansatz zur Anwendung zu bringen und dadurch neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen der generellen mentalen Fähigkeit (GMF) und adaptiver Leistung auf der Individualebene zu erlangen. Diese Fragestellung ist bedeutsam, da sich in der Literatur gegensätzliche Hypothesen zu diesem Zusammenhang finden lassen, die entweder eine positive oder negative Beziehung zwischen der GMF und Adaption postulieren. Um diese gegenteiligen theoretischen Annahmen zu testen, wurde eine empirische Studie (N=184) durchgeführt, die eine komplexe Entscheidungsaufgabe nutzte. Adaption wurde in der Studie durch eine unvorhergesehene Aufgabenwechsel-Manipulation notwendig, welche die Komplexität der Aufgabe erhöhte. Die Ergebnisse zeigten, dass die GMF negativ mit der Übergangsadaption zusammenhing (standardisierter Koeffizient=.12, p=.006) aber keinen Zusammenhang mit der Wiederaneignungsadaption in der Aufgabe aufwies. Diese Befunde widersprechen Ideen, die bisher die Adaptionsforschung dominieren, und haben bedeutende Implikationen. Demnach sollten z.B. in beruflichen Positionen, in denen Entscheidungen gefällt werden, Individuen mit hoher GMF einen stärkeren Leistungsabfall vorweisen, wenn etwa Märkte einen schnellen und unvorhergesehenen Transformationsprozess durchlaufen, Kundeneinstellungen umschwingen oder die technische Entwicklung einen Sprung macht. Aus einer generelleren Perspektive betrachtet, demonstriert die Studie, dass die konzeptionellen Unterscheidungen und der vorgeschlagene Forschungsansatz eine vielversprechende neue Möglichkeit darstellen, um zu einem tieferen Verständnis von Adaptionsprozessen zu gelangen.In recent years, the globalization and the rapid emergence of new technologies have increased the complexity and dynamic of work life. Organizations, teams, and individuals face changes in the nature of their markets, as well as fundamental revolutions in technology, at a much higher rate than ever before. In the literature, there is a consensus that for individuals, teams, and organizations to exhibit high performance in this new work environment, the ability to adapt to unforeseen changes is a key factor. Considering today's importance of adaptation in the occupational world, a growing stream of research has focused on identifying individual differences predicting successful adaptation. The majority of this research is based on the task-change paradigm. The task-change paradigm is an experimental or pseudo-experimental design, where individuals (or teams and organizations) are confronted with a novel and complex task until they achieve some mastery of the task. However, at some point during the skill acquisition process something changes, requiring adaptive behavior. Typically, this change happens unexpectedly for individuals (or teams and organizations). In order to investigate adaptability within the task-change paradigm, researchers are facing two major methodological and conceptual issues. The first issue is how to clearly differentiate adaptive performance from non-adaptive performance. The second issue is how to account for the temporal or process nature of adaptability. Recently, researchers made progress towards resolving each issue separately using modern methods to study change processes. Building on this previous research, the aims of the present dissertation were twofold. The first aim of the dissertation was to propose a framework, which integrates and extends previous approaches to address these two issues in adaptability research. Methodologically, this framework is based on discontinuous mixed-effects growth modeling techniques. Conceptually, the framework distinguishes between two conceptual types of adaptation (i.e., transition adaptation and reacquisition adaptation), while at the same time controlling for other types of performance in the task not unique to adaptive situations (i.e., basal task performance and skill acquisition). Transition adaptation refers to an immediate loss of performance following a change, whereas reacquisition refers to the ability to relearn a changed task over time. Performance types not unique to adaptive situations include basal task performance – the general level of task performance not changing across time – and skill acquisition – an individual's capability to improve task performance across time. The second aim of the dissertation was to apply the proposed framework to provide new insights on the relationship between general mental ability (GMA) and adaptive performance at the individual level of analysis. Importantly, competing hypotheses predicting either a positive or a negative relationship between GMA and adaptability can be derived from the literature. To test the competing theoretical ideas, an empirical study (N=184) was conducted, which used a complex decision-making task. Adaptation was required because of an unforeseen task-change manipulation increasing task complexity following the task-change. Results revealed that GMA was negatively related to transition adaptation (standardized coefficient=.12, p=.006) but not related to reacquisition adaptation. The finding contradicts previously dominating theoretical ideas in adaptability research and has important implications. For example, in occupational decision-making settings, individuals with a high GMA should show stronger performance losses when markets undergo a rapid transformation process, the attitudes of customers shift or technological development leaps. From a more general perspective, the study demonstrates that the conceptual distinctions and the proposed discontinuous growth modeling framework offer a promising new way to gain deeper insights into how individuals adapt to changes.
Fulltext:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
English
Externe Identnummern
HBZ: HT015247793
Interne Identnummern
RWTH-CONV-123935
Datensatz-ID: 62364
Beteiligte Länder
Germany
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