2017
Dissertation, RWTH Aachen University, 2017
Teile der Dissertation wurden zuvor als Konferenzbeitrag oder als Zeitschriftenartikel veröffentlicht. - Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University
Genehmigende Fakultät
Fak08
Hauptberichter/Gutachter
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Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2017-07-11
Online
DOI: 10.18154/RWTH-2017-06813
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/696385/files/696385.pdf
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/696385/files/696385.pdf?subformat=pdfa
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
expectations (frei) ; preferences (frei) ; Social Risk Taking (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 330
Kurzfassung
Entscheidungsträger werden regelmäßig mit Risiken konfrontiert, die nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern die auf das ökonomische Handeln anderer Menschen zurückzuführen sind. Derartige soziale Risiken treten insbesondere in strategischen Situationen auf, in denen die ökonomischen Folgen einer individuellen Entscheidung auch von den Entscheidungen anderer Personen beeinflusst werden. Die vorliegende Dissertation untersucht die Wirkung sozialer Risiken in zwei speziellen spieltheoretischen Situationen. In insgesamt vier Aufsätzen wird insbesondere die Rolle von Erwartungen und sozialen Präferenzen beleuchtet.In dem Aufsatz „The Twofold Beauty Premium: Preference-Based and Beliefs-Based Behavior in an Anti-Coordination Game“ wird ein sogenanntes Markteintrittsspiel betrachtet, in dem zwei Spieler simultan entscheiden, ob sie in einen Markt mit begrenzter Kapazität eintreten möchten. Die Spieler erhalten Informationen über das Geschlecht und das Aussehen ihrer Mitspieler. Es wird gezeigt, dass Spieler in bestimmten Geschlechterkonstellationen gegen attraktive Kontrahenten seltener in den Markt eintreten. Zum einen erwarten die Spieler von attraktiven Gegnern eine höhere Bereitschaft zum Markteintritt. Zum anderen möchten sie attraktiven Mitspielern durch den Verzicht auf einen eigenen Markteintritt eine höhere Auszahlung ermöglichen.In dem Aufsatz „The Higher Your Expectations, the Less Your Trust: Avoiding the Experience of Unfulfilled Expectations“ wird die Rolle von Erwartungen in einem Vertrauensspiel untersucht. Die Vertrauensgeber unterliegen einem sogenannten Consensus-Effekt: Sie schließen von ihren eigenen sozialen Präferenzen, die durch das Konzept der sozialen Wertorientierung operationalisiert werden, auf die erwartete Vertrauenswürdigkeit der Vertrauensempfänger. Darüber hinaus besteht ein negativer Zusammenhang zwischen erwarteter Vertrauenswürdigkeit und Vertrauensbereitschaft: Optimistische Vertrauensgeber senken ihre Vertrauensbereitschaft, um eine mögliche Enttäuschung ihrer Erwartungen in der Zukunft zu vermeiden. In dem Aufsatz „Breaking the Rules: Anticipation of Norm Violation in a Binary-Choice Trust Game“ wird die Wirkung moralischer Erwartungen, die der Vertrauensgeber an den Vertrauensempfänger in einem Vertrauensspiel stellt, untersucht. Es kann beobachtet werden, dass Vertrauensgeber, die vom Vertrauensempfänger vertrauenswürdiges Verhalten erwarten, ceteris paribus eine geringere Vertrauensbereitschaft aufweisen. Auf diese Weise können Vertrauensgeber normverletzendes Verhalten ex ante verhindern.In dem Aufsatz „Once Bitten, Twice Shy: Trust, Trustworthiness, and the Hot-Cold Empathy Gap“ wird der intrapersonelle Zusammenhang zwischen Vertrauensbereitschaft und Vertrauenswürdigkeit untersucht. Dazu wird ein Vertrauensspiel betrachtet, in dem die Spieler nacheinander als Vertrauensgeber und als Vertrauensempfänger agieren. Es wird gezeigt, dass das Verhältnis zwischen Vertrauensbereitschaft und Vertrauenswürdigkeit von den jeweiligen Erwartungen an die Vertrauenswürdigkeit der Mitspieler abhängt. Im Fall optimistischer Erwartungen sind Vertrauensbereitschaft und Vertrauenswürdigkeit positiv korreliert. Hingegen ist im Fall pessimistischer Erwartungen eine negative Korrelation zu beobachten.Many important economic decisions incorporate social risk, i.e. risk or uncertainty which do not arise from nature (e.g. natural disasters or health risks) but from the action of another human being. Social risk is especially ubiquitous in strategic situations, where one’s outcome does not only depend on one’s own action but on the action of another person. The present doctoral thesis studies the interplay between expectations, social preferences, and social risk taking in two particular situations.The thesis contains four essays. The first essay, which is entitled “The Twofold Beauty Premium: Preference-Based and Beliefs-Based Behavior in an Anti-Coordination Game”, reveals three results. First, individuals taking part in a two-player market entry game form beliefs about their opponents’ behavior based on stereotypes, which relate people’s physical appearance to their willingness to take social risk. Physically attractive people are expected to be more willing to take risk. Second, people seem to refrain from market entry, because they have a preference for good-looking counterparts. Third, both beliefs-based and preference-based behavior is moderated by people’s gender.Analogously, the implications of the second essay entitled “The Higher Your Expectations, the Less Your Trust: Avoiding the Experience of Unfulfilled Expectations” are threefold. Studying a binary-choice trust game, my co-authors and I find evidence for a consensus effect, which generally implies that people tend to extrapolate from their preferences to the believed preferences of others. In line with this concept, trustors form beliefs about trustees’ behavior based on their own social preferences. Moreover, trustors being optimistic with respect to their counterparts’ trustworthiness lower their willingness to trust in order to avoid their optimistic expectations being disconfirmed.In the third essay, which is entitled “Breaking the Rules: Anticipation of Norm Violation in a Binary-Choice Trust Game”, my co-authors and I investigate the role of moral expectations in a binary-choice game. More precisely, we consider the obligations which trustors assign to the trustee role. Our study reveals that trustors who consider trustees to be obligated to act trustworthily are ceteris paribus less willing to trust. The underlying reason may be that trustors attempt to hinder trustees from violating their moral obligation to reward trust.In the fourth essay, entitled “Once Bitten, Twice Shy: Trust, Trustworthiness, and the Hot-Cold Empathy Gap”, my co-author and I study a repeated binary-choice trust game, in which players take the trustor and the trustee role in a row. We find that people’s beliefs about others’ trustworthiness (i.e. whether others reward or betray trust) moderate the intrapersonal correlation between trust and trustworthiness. If subjects hold optimistic beliefs, their willingness to trust is positively related to their willingness to reward. We find a contrary relationship for pessimistic subjects.
OpenAccess:
PDF
PDF (PDFA)
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online
Sprache
English
Externe Identnummern
HBZ: HT019399461
Interne Identnummern
RWTH-2017-06813
Datensatz-ID: 696385
Beteiligte Länder
Germany
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