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Der Übergangsbegriff in der beruflichen Bildung : eine Dispositivanalyse zur berufspädagogischen Formierung von Übergängen im Zentrum disziplinärer Wissensordnungen



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Sabine Hering

ImpressumAachen 2017

Umfang1 Online-Ressource (522 Seiten) : Illustrationen


Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2017

Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University 2018


Genehmigende Fakultät
Fak07

Hauptberichter/Gutachter
;

Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2017-12-20

Online
DOI: 10.18154/RWTH-2017-10836
URL: http://publications.rwth-aachen.de/record/711485/files/711485.pdf

Einrichtungen

  1. Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Berufspädagogik (731210)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Berufspädagogik (frei) ; Diskursanalyse (frei) ; Dispositivanlayse (frei) ; berufliche Bildung (frei) ; Übergang (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 370

Kurzfassung
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf dem Übergangsbegriff in der beruflichen Bildung. Damit fällt zunächst ein umfassender Gegenstandsbereich in den Blick, der aufgrund seiner Anbindung an zentrale gesellschaftliche Institutionen zwischen Bildung und Beschäftigung ganz unterschiedlichen Systemlogiken entsprechen muss. Übergangsphänomene werden daher häufig interdisziplinär und interparadigmatisch begründet. In der beruflichen Bildung werden Übergänge vorrangig auf bestimmte, institutionelle Schwellen bezogen, welche zwischen den lebensalterspezifischen Übergangsphasen von Schule, Ausbildung und Beruf angelegt sind. Auffällig ist die Dominanz systemischer Betrachtungen, die eng an die Struktur der abgehenden und einmündenden Institutionen gekoppelt sind. Darin eingebunden ist eine Perspektivenvielfalt, welche sich auf die symbiotische Beziehung von Struktur- und Subjektebene in der Analyse von Übergängen beziehen lässt. Wie Übergänge in der beruflichen Bildung wahrgenommen und disziplinär verhandelt werden, ist dabei dynamisch mit dem Wissenschaftsverständnis und Profil der Berufspädagogik und den jeweils vorherrschenden Wissensordnungen verwoben. Was ist damit gemeint? In der Perspektive der sozialwissenschaftlichen Dispositivanalyse wird angenommen, dass Wirklichkeit nicht objektiv gegeben ist, sondern sozial konstruiert und verändert wird. Alles das, was uns zu einer gegebenen Zeit als wahr, sichtbar und bedeutsam erscheint, wird durch das besondere Zusammenspiel der verschiedenen Elemente von Wirklichkeit bestimmt. Von Bedeutung ist die heterogene Gesamtheit sozialer Wirklichkeit, welche die besondere Form und Gestalt der Diskurse, Institutionen, Gebäude, Alltagsgegenstände, sozialen Handlungspraktiken, Gewohnheiten und (inter-)agierenden Subjekte mit einschließt. Aus der Perspektive der lebensalterbezogenen Übergänge könnte so bspw. von Interesse sein, wie Übergangsentscheidungen, z. B. zwischen Primar- und Sekundarbereich oder im Anschluss an die Schulzeit mit Blick auf die weiterführende berufliche Bildung, durch das Verhältnis von subjektiven Erwartungs- und Anspruchshaltungen und fest vorgegebenen Rationalitäten und Ordnungsmustern auf institutioneller Ebene bestimmt und gestaltet werden. Zu fragen wäre ebenso danach, warum sich geltende Praxisformen und Wissensordnungen zu einer bestimmten historisch-geschichtlichen Zeit herausformen und auf welche soziale Problemlage sie zu antworten bzw. zu reagieren versuchen (vgl. Bührmann/Schneider 2008, 105). Wie wir über ein Themenfeld denken und sprechen, welche Gewohnheiten und Umgangsweisen wir im Handeln entwickeln, wird entscheidend über das dispositive Wechselspiel der verschiedenen Facetten bzw. Elemente von Wirklichkeit beeinflusst. Ähnlich kann der Umgang mit (neuen) Phänomenbereichen im wissenschaftlichen Kontext bestimmt sein. Überträgt man die Annahmen der Dispositivanalyse auf den Bereich der beruflichen Übergangsforschung, kann z. B. danach gefragt werden, welche gesellschaftlichen Bedingungen und Problemlagen dazu beigetragen haben, dass sich in den vergangenen drei Dekaden in der Berufspädagogik ein Gegenstandsfeld etabliert hat, welches durch seine hohe Komplexität und Eigendynamik im Diskurs deutlich hervortritt. Bereits an dieser Stelle sei vorweggenommen, dass sich die Berufspädagogik in der Zuwendung auf die seit den 90iger Jahren verschärfte, gesellschaftliche Übergangsproblematik einer dispositiven Aufordnung fügt, in der sie beständig die gleichen Ziele und Rationalitäten bedient. Es dominieren disziplinär-normative Konstrukte und Leitbegriffe, die im Kontext einer sich verändernden gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht mehr den an sie gestellten Ansprüchen genügen können. Dies führt wiederum dazu, dass die Disziplin in der pädagogischen Begleitung und Auflösung der vielgestaltigen, an sie adressierten Übergangsprobleme an ihre Grenzen kommt. Um die sich darstellende soziale Wissenschafts- und Handlungspraxis sowie die dahinterstehende Eigendynamik zu verstehen, sind Ansätze erforderlich, die sich dieser Entwicklung empirisch nachvollziehbar zuwenden und Möglichkeiten zur Reflexion und Differenzbildung bieten. Bisher gibt es jedoch kaum Forschungsarbeiten, die sich mit der sozialen Aufordnung der Übergangsthematik in der Berufspädagogik diskurs- oder dispositivanalytisch auseinandergesetzt haben. Um der Forschungsperspektive der Dispositivanalyse nachgehen zu können, werden im Rahmen der Arbeit Übergänge in der Dimension der symbolisch-materialen und diskursiven Praktiken in den Blick genommen. Die Arbeit verfolgt dabei zwei Zielsetzungen: Erstens soll ein Beitrag zu einer verstärkt diskurs- und dispositivanalytisch orientierten Übergangsforschung geleistet werden. In der Arbeit wird daher ein methodologischer Weg gewählt, der von der üblichen Ausrichtung empirischer Übergangsstudien abstrahiert. Durch das Vorgehen der sozialwissenschaftlichen Dispositivanalyse soll Schritt für Schritt aufgezeigt werden, wie sich der Übergangsbegriff in der beruflichen Bildung entwickelt hat und wodurch seine Struktur und Vielgestaltigkeit bestimmt wird. Zweitens ist das analytische Fragen stets auf das disziplinäre Feld der Berufspädagogik bezogen. Ziel der Arbeit ist demgemäß, eine grundlagentheoretische Annäherung an den Übergangsbegriff aus der Perspektive der beruflichen Bildung zu ermöglichen. Zugleich soll ein neuer Blickwinkel auf die Formierung und Veränderung von Gegenstandsfeldern im Zentrum disziplinärer Wissensordnungen und (Selbst-)Verständlichkeiten eröffnet werden.

This research paper is focusing on the concept of transition in vocational training and education. With this an extensive topic stands out, which has to meet different system logics based on its link to central social institutions situated between education and occupation. Transitional phenomena are therefore often established in an interdisciplinary an interparadigmatic way. In the field of vocational education and training transitions are primary referring to certain institutional thresholds, which are situated between specific transitional age phases like school, vocational training and occupation. Noticeable is the dominance of systemic considerations, which are closely related to the structure of outgoing and incoming institutions. This integrates a wide variety of perspectives, which - in the analysis of transition - is transferable to the symbiotic relation between structure and subject level. How transitions are perceived and dealt with in the disciplinary context is dynamically interwoven with the scientific views and profile of vocational pedagogics and the predominant orders of knowledge. What is meant by that? In the perspective of socio-scientific dispositive analysis it is supposed that reality is not objectively given, but is socially constructed and modified. Everything that seems to be true, visible and significant at a given point in time is determined by the unique interaction of the various elements of reality. The heterogeneous entity of social reality which includes the special form and design of discourses, institutions, buildings, everyday things, social practices, habits and (inter-)acting subjects is of importance. From the perspective of transitions, which are specific to an age group, it could be of potential interest how transitional decisions, for example between primary and secondary schools or subsequent to school with focus on the vocational education, are formed or determined by the relation between individual expectations and attitudes of entitlement and defined rationality and structural models on an institutional level. It should also be questioned why established methods and orders of knowledge arise at a given point in historical time and on what social layers of problems they try to answer or react (see Bührmann/Schneider 2008, 105). How we think and talk about a topic, which habits and methods we develop in action, is essentially influenced by the dispositive interplay of the different facets or elements of reality. Similar to this, the handling of (new) topics of phenomena in the scientific context may be defined. Transferring the assumptions of dispositive analyses to the field of vocational transition research it can be asked, which social conditions and problem areas contributed to the fact that - within the last three decades - a topic in vocational pedagogics was established that emerges due to its high complexity and momentum in the discourse. At this point we can anticipate, that the field of vocational pedagogics, addressing the intensifying transitional problems since the 90s, complies to the dispositive structure serving the same targets and rationalities to handle social transition problems. Disciplinal-normative constructs and popular concepts dominate, which do not satisfy the demands imposed by a changing social reality. This indicates that the discipline, pedagogic support and the solution of the diverse self-addressed transition problems, is coming to its limits. To understand the presenting social science practice, the practice of action and the defining momentum behind it, different approaches are necessary, which engage with this progress in an empirically comprehensible way and offer opportunities for reflection and differentiation. Up to now there are only few research papers that dealt with the social structure of the transition topic in the vocational pedagogical field focusing on the discourse or dispositive analysis. To look into the research perspective of the dispositive analysis, this paper focuses on transitions in the dimension of objectivations and discursive practices. This paper follows two aims: First it wants to contribute to an intensified research of transition with focus on the discourse and dispositive analysis. Therefore a methodological way is chosen, that differs from the common direction of empirical academic studies concerning transitions. Using the method of social dispositive analysis, a step by step description of how the concept of transition in the vocational education evolved and how its structure and complexity can be defined. Secondly the analytical questioning is always related to the disciplinary field of vocational pedagogics. Accordingly, the objective is to enable a theoretical approach to the concept of transition from the perspective of vocational education. At the same time a new perspective on the formation and variation of subjects in the center of attention of disciplinary orders of knowledge and implicitness should be created.

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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT019548691

Interne Identnummern
RWTH-2017-10836
Datensatz-ID: 711485

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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The record appears in these collections:
Document types > Theses > Ph.D. Theses
Faculty of Arts and Humanities (Fac.7)
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Public records
Publications database
731210

 Record created 2017-12-20, last modified 2023-04-08


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