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Impossible body transformations: female character bodies and reader cognition in speculative fiction



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Anna Teresa Turnbull, geb. Hermann

ImpressumAachen : RWTH Aachen University 2025

Umfang1 Online-Ressource : Illustrationen


Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2025

Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University


Genehmigende Fakultät
Fak07

Hauptberichter/Gutachter
;

Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2025-05-28

Online
DOI: 10.18154/RWTH-2025-06260
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/1015207/files/1015207.pdf

Einrichtungen

  1. Lehrstuhl für Anglistische Literaturwissenschaft (793110)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
blending (frei) ; body transformation (frei) ; gender (frei) ; genre (frei) ; schema theory (frei) ; unnatural narratology (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 400

Kurzfassung
Die vorliegende Dissertation untersucht die Darstellung unmöglicher Charakterkörper in spekulativer Fiktion, mit besonderem Fokus auf Sinnesstrategien, die Lesende nutzen, um physisch unmögliche Darstellungen von Charakterkörpern zu verstehen. Im Zentrum dieses Projekts stehen Prozesse der Schema- und Blending- Theorie, der Einfluss etablierter Gattungskonventionen sowie Metamorphosen geschlechtsspezifischer Körper. Hierbei konzentriert sie sich insbesondere darauf, wie die dargestellten Charakterkörper die Erwartungen der Lesende herausfordern und in Frage stellen. Als Grundlage für diese Studie dient, zum einen, Ralf Schneiders kognitive Theorie der Charakterrezeption, die darauf basiert, dass Lesende vorstrukturierte mentale Modelle der Charakterkörper in den Leseprozess einbringen, die von Genreerwartungen und realen Erfahrungen beeinflusst sind. Diese Modelle basieren auf erlernten Schemata menschlicher Körper und gesellschaftlicher Normen, die in Frage gestellt werden, wenn Lesende auf Charaktere treffen, deren Körper von diesen Erwartungen abweichen. Zum anderen wird Jan Albers Konzept der ‚Unnatural Narratology‘ herangezogen, insbesondere die darauf basierenden Lesestrategien, die Lesende anwenden, um Textelemente (z.B., Charaktere) zu verstehen, die sich außerhalb des physisch, logisch oder menschlich möglichen befinden. Hauptsächlich beschäftigt sich die vorliegende Dissertation mit der Annahme, dass Lesende die mit Körpern konfrontiert werden, die sich bekannten Schemata widersetzen, Strategien zur Sinnfindung anwenden, wie z. B. das ‚blending‘ bereits vorhandener Wissensstrukturen sowie Genrekonventionen, um ihre mentalen Modelle neu zu strukturieren. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf spekulativer Literatur, einem Genre, das für Körpertransformationen bekannt ist, die gegen das physisch, logisch oder menschlich Mögliche verstoßen. Dieses Genre ermöglicht zudem die Vermischung (blending) verschiedener Genres, Subgenres und Elemente aus verschiedenen Bereichen die unter dem Oberbegriff der spekulativen Literatur zusammengefasst werden können. Zu den Schlüsselfragen, die die Forschung leiten, gehört, wie körperliche Transformationen vorherige Wissensstrukturen in Frage stellen, wie Genrekonventionen untergraben werden und wie geschlechtsspezifische Transformationen weibliche Charaktere stärken. Ziel der Analyse ist es zu verstehen, wie spekulative Fiktion mit ihren unnatürlichen Elementen narrative Möglichkeiten und kognitive Wahrnehmung verändern kann. Die drei in dieser Arbeit analysierten Texte wurden nach bestimmten Kriterien ausgewählt, um hervorzuheben, wie die Manipulation von Genrekonventionen durch spekulative Fiktion und die Erforschung geschlechtsspezifischer körperlicher Transformationen den Lesenden Möglichkeiten bieten, über die Grenzen ihrer eigenen kognitiven Wahrnehmung nachzudenken und hinauszuwachsen. Die in diesem Projekt analysierten Texte wurden nach folgenden Kriterien ausgewählt: a) Sie stellen explizite Fälle von ‚Body Blending‘ dar, die über das physisch, logisch oder menschlich Mögliche hinausgehen oder sich diesem widersetzen; b) die Erzählwelten, in denen diese Charakterkörper erscheinen, ähneln den natürlichen, räumlichen und zeitlichen Regeln der Welt, wie wir sie kennen; c) die von den in den Texten dargestellten Transformationen betroffenen Charaktere können als (biologisch) weiblich gelesen werden; d) die Texte enthalten Gattungselemente aus mehr als einer Gattung der spekulativen Literatur. In diesen Geschichten stellen die grotesken Veränderungen, die in Bezug auf weibliche Körper stattfinden, einerseits das Wissen des Lesenden über Körper und insbesondere über den eigenen Körper in Frage, gleichzeitig dienen die dargestellten Transformationen aber auch als Möglichkeit, um Traumata, (männliche) Dominanz und Unterdrückung sowie Trauer zu überwinden und den veränderten oder sich verändernden weiblichen Körper in etwas zu verwandeln, das respektiert oder sogar gefürchtet werden muss. Hierbei lenken die ausgewählten Texte die Aufmerksamkeit insbesondere darauf, wie die sich natürlich verändernden weiblichen Körper, sei es aufgrund von Pubertät, Schwangerschaft, Mutterschaft oder Alterungsprozessen, immer noch grundsätzlich als andersartig angesehen werden. Jede der Analysen folgt einer einheitlichen Struktur, beginnend mit einer Genrebewertung, die die Verbindungen der Texte zu klassischen Mythen, Märchen und Volksmärchen hervorhebt. Anschließend werden die Lesestrategien der Lesenden untersucht, um die dargestellten physischen Veränderungen zu verstehen, wobei der Fokus auf der Art des Blends und dessen Auswirkungen auf den Lesenden gelegt wird. Abschließend untersucht diese Arbeit, wie sich die dargestellten Körpertransformationen auf die Darstellung von Weiblichkeit auswirken und wie sie es weiblichen Charakteren ermöglichen, normative Erwartungen in Frage zu stellen. Durch die Untersuchung dieser Charakterkörper – insbesondere derjenigen von weiblichen Charakteren, die ermächtigende Transformationen durchlaufen – wird veranschaulicht, wie der Körper in seiner Darstellung und Transformation als kritischer Ort dient, um Normen in Frage zu stellen, sich mit Affekten auseinanderzusetzen und die Grenzen literarischer und kognitiver Erfahrungen zu erweitern. Letztendlich ermöglicht uns die Literatur, uns mit den Grenzen unserer eigenen Wahrnehmung auseinanderzusetzen, und bietet neue Wege, uns mit der Komplexität der verkörperten Erfahrung in den Erzählungen auseinanderzusetzen, denen wir begegnen.

This dissertation examines the representation of impossible character bodies in speculative fiction, with a particular focus on sense-making strategies that readers use to understand physically impossible representations of character bodies. The focus of this project is on processes of schema and blending theory, the influence of established genre conventions, and metamorphoses of gendered bodies. In particular, it focuses on how the character bodies represented challenge and question the readers’ expectations. The basis for this study is, on the one hand, Ralf Schneider’s cognitive theory of character reception, which is based on the fact that readers bring pre-structured mental models of character bodies into the reading process that are influenced by genre expectations and real experiences. These models are based on learned schemata of human bodies and societal norms that are questioned when readers encounter characters whose bodies deviate from these expectations. On the other hand, Jan Albers’ concept of ‘unnatural narratology’ is used, in particular the reading strategies based on it that readers use to understand text elements (e.g., characters) that are outside of what is physically, logically or humanly possible. This dissertation mainly deals with the assumption that readers who are confronted with bodies that defy familiar schemata use strategies to find meaning, such as ‘blending’ existing knowledge structures and genre conventions to restructure their mental models. The focus of this work is on speculative literature, a genre known for body transformations that violate what is physically, logically or humanly possible. This genre also allows for the blending of different genres, subgenres and elements from different areas that can be summarized under the umbrella term of speculative literature. Key questions guiding the research include how bodily transformations challenge previous knowledge structures, how genre conventions are subverted, and how gendered transformations empower female characters. The aim of the analysis is to understand how speculative fiction, with its unnatural elements, can alter narrative possibilities and cognitive perception. The three texts analysed in this work were selected according to specific criteria to highlight how speculative fiction’s manipulation of genre conventions and the exploration of gendered bodily transformations offer readers opportunities to reflect and grow beyond the limits of their own cognitive perception. The texts analysed in this project were selected according to the following criteria: a) they represent explicit cases of ‘body blending’ that go beyond or defy what is physically, logically, or humanly possible; b) the narrative worlds in which these character bodies appear resemble the natural, spatial, and temporal rules of the world as we know it; c) the characters affected by the transformations represented in the texts can be read as (biologically) female; d) the texts contain genre elements from more than one genre of speculative literature. In these stories, the grotesque changes that take place in relation to female bodies challenge the reader’s knowledge of bodies and especially of their own bodies, but at the same time the transformations represented also serve as a way to overcome trauma, (male) domination and oppression, as well as grief, and to transform the changed or changing female body into something to be respected or even feared. In doing so, the selected texts draw attention in particular to how the naturally changing female bodies, whether due to puberty, pregnancy, motherhood or aging processes, are still fundamentally seen as different. Each of the analyses follows a consistent structure, starting with a genre assessment that highlights the texts’ connections to classical myths, fairy tales and folk tales. The readers' reading strategies are then examined to understand the physical changes represented, focusing on the nature of the blend and its effects on the reader. Finally, this work examines how the body transformations represented impact representations of femininity and how they allow female characters to challenge normative expectations. By examining these character bodies—particularly those of female characters undergoing empowering transformations—it illustrates how the body, in its representation and transformation, serves as a critical site for challenging norms, engaging with affect, and expanding the boundaries of literary and cognitive experience. Ultimately, literature allows us to confront the limits of our own perceptions and offers new ways to engage with the complexity of embodied experience in the narratives we encounter.

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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online

Sprache
English

Externe Identnummern
HBZ: HT031241244

Interne Identnummern
RWTH-2025-06260
Datensatz-ID: 1015207

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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The record appears in these collections:
Document types > Theses > Ph.D. Theses
Faculty of Arts and Humanities (Fac.7)
Publication server / Open Access
Public records
Publications database
793110

 Record created 2025-07-21, last modified 2025-10-21


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