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Prozedurale Begründung als relativistische Herausforderung der Politischen Theorie - Zur Kritik des Prozeduralismus bei John Rawls und Jürgen Habermas



VerantwortlichkeitsangabeKarl Louis Kühne

ImpressumAachen : RWTH Aachen University 2025

Umfang1 Online-Ressource : Illustrationen


Masterarbeit, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2025

Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University


Genehmigende Fakultät
Fak07

Hauptberichter/Gutachter
;

Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2025-06-03

Online
DOI: 10.18154/RWTH-2025-06434
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/1015552/files/1015552.pdf

Einrichtungen

  1. Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte (771110)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 320

Kurzfassung
Vor dem Hintergrund des vernünftigen Pluralismus und der normativen Kontingenz moderner Gesellschaften analysiert der vorliegende Aufsatz die Rolle prozeduraler Begründung in der politischen Theorie. Im Zentrum steht die Frage, ob politische Verfahren – verstanden als faire, ergebnisoffene und regelgeleitete Entscheidungsprozesse – legitime und gerechte Ergebnisse hervorbringen können, ohne auf extraprozedurale Standards zurückzugreifen. Dabei wird der Prozeduralismus als paradigmatische Reaktion auf die moderne Kontingenz analysiert und im Spannungsfeld zwischen Relativismus und normativer Geltung verortet. Anhand der Theorien von John Rawls und Jürgen Habermas werden zwei prominente Ansätze prozeduraler Rechtfertigung kritisch untersucht. Während Rawls mit der Idee reiner Verfahrensgerechtigkeit operiert, wird deutlich, dass der Urzustand bereits durch bestimmte präjudizierende Bedingungen strukturiert ist. Die theoretische Begründungskraft liegt daher nicht im Verfahren selbst, sondern in der kohärenztheoretischen Begründung der Verfahrensbedingungen. Habermas hingegen entwickelt mit seiner Diskurs- und Demokratietheorie ein Modell, das durch die Verfahrensrationalität des Diskurses Legitimität erzeugen will, ohne auf vorgegebene Standards zurückzugreifen. Dennoch treten auch bei ihm substanzielle Voraussetzungen her-vor, auf denen der Diskurs notwendigerweise beruht. Die Untersuchung verdeutlicht, dass sowohl bei Rawls als auch bei Habermas die ordnungsgemäße Durchführung politischer Verfahren eine unerlässliche theoretische Grundlage darstellt – jedoch allein nicht ausreicht, um die normative Geltung politischer Entscheidungen vollständig zu legitimieren. Während Rawls über die Verfahrensbedingungen normative Maßstäbe etabliert, lässt Habermas die normative Substanz in das Verfahren ein. Der Aufsatz kommt zu dem Ergebnis, dass der Prozeduralismus zwar einen theoretisch attraktiven Ansatz zur Legitimitätsbegründung in pluralistischen Gesellschaften bietet, aber seine Leistungsfähigkeit begrenzt ist – insbesondere, weil sich hinter der Verfahrensneutralität in der Regel normative Voraussetzungen verbergen, die selten ausreichend offengelegt werden.

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Dokumenttyp
Master Thesis

Format
online

Sprache
German

Interne Identnummern
RWTH-2025-06434
Datensatz-ID: 1015552

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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Document types > Theses > Master Theses
Faculty of Arts and Humanities (Fac.7)
Publication server / Open Access
Public records
Publications database
771110

 Record created 2025-07-28, last modified 2025-09-29


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