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Technology-driven transformations in consumer realities: a multi-perspective analysis



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Verena Patricia Riegler

ImpressumAachen : RWTH Aachen University 2025

Umfang1 Online-Ressource : Illustrationen


Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2025

Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University 2026


Genehmigende Fakultät
Fak08

Hauptberichter/Gutachter
;

Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2025-12-03

Online
DOI: 10.18154/RWTH-2026-00671
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/1026118/files/1026118.pdf

Einrichtungen

  1. Lehrstuhl für Marketing (812310)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
emotions (frei) ; expectations (frei) ; extended self (frei) ; innovation management (frei) ; legitimation (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 330

Kurzfassung
Technologische Fortschritte besitzen das Potenzial, die Lebensrealitäten von Konsument:innen grundlegend zu verändern, etablierte soziale Strukturen neu zu formen und Konsument:innen mit der Notwendigkeit zu konfrontieren, ihr alltägliches Verhalten sowie ihre Denkweisen anzupassen. Technologiegetriebene Innovationen, etwa in der Lebensmittelproduktion oder im Bereich der Mobilitätsentscheidungen, können kontroverse öffentliche Meinungen und Debatten auslösen, da sie gängige gesellschaftliche Vorstellungen fundamental infrage stellen und damit den Kern des Weltverständnisses der Konsument:innen sowie ihrer Rolle darin berühren. Neuartige technologiegetriebene Entwicklungen der Gegenwart destabilisieren somit einerseits ehemals legitimierte Gewohnheiten und Normen. Andererseits bieten sie ein höheres Maß an Nachhaltigkeit, ökologischer Effizienz und verbessertem menschlichen Wohlbefinden, was zu Spannungen in den Konsumrealitäten führt. Infolgedessen hat sich die Konsumentenforschung zum Ziel gesetzt, diese neu entstehenden Spannungsfelder zu untersuchen. Sie analysiert, wie gesellschaftliche Debatten Marktdynamiken prägen, weshalb Konsument:innen technologischen Fortschritten mit Widerstand begegnen und welche Faktoren zur Legitimierung oder Akzeptanz neuer Technologien beitragen. Diese Dissertation knüpft an diese aktuellen Forschungsfragen an, indem sie untersucht, wie spezifische technologische Innovationen Konsumerfahrungen und -verhalten beeinflussen und dadurch ihre Realitäten neu strukturieren. Im Fokus stehen dabei zwei Bereiche der Konsumrealität, in denen technologiegetriebene Transformationen besonders deutlich hervortreten: die individuelle menschliche Ernährung sowie Mobilitätsentscheidungen. Beide Bereiche stehen derzeit unter dem Einfluss zunehmender technologischer Entwicklungen – einerseits durch Innovationen im Lebensmittelsektor und andererseits durch die wachsende Verbreitung neuartiger Antriebstechnologien wie Wasserstoff im Mobilitätssektor. Darüber hinaus verfolgt die Dissertation das Ziel einer multiperspektivischen Untersuchung von Transformationsprozessen und richtet den Blick daher auch auf jene Aspekte der Konsumrealität, die von technologischen Veränderungen weitgehend unberührt bleiben. Der individuell wahrgenommene Wert persönlicher Besitztümer stellt einen solchen Aspekt dar, der nur geringem Veränderungsdruck unterliegt und somit ein Beispiel für eine Konsumrealität ist, die scheinbar stabil gegenüber technologiegetriebenen Transformationen bleibt. Insgesamt zielt die Dissertation darauf ab, durch die Integration psychologischer, soziologischer und verhaltenswissenschaftlicher Perspektiven ein vertieftes Verständnis von Konsumrealitäten in Zeiten rasanten technologischen Fortschritts zu ermöglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern wichtige Orientierungshilfen für Unternehmen, politische Entscheidungsträger:innen und die Wissenschaft, um sich in den sich wandelnden Konsumlandschaften des 21. Jahrhunderts zurechtzufinden. Die einzelnen Dissertationsaufsätze fokussieren jeweils eine spezifische konsumentenwissenschaftliche Perspektive und bedienen sich entsprechend unterschiedlicher methodischer Ansätze zur Beantwortung ihrer jeweiligen Forschungsfragen. Der erste Forschungsaufsatz verfolgt einen Multi-Methoden-Ansatz, der qualitative und quantitative Textanalysen kombiniert. Der zugrunde liegende Datensatz ist durch eine hohe Diversität gekennzeichnet und umfasst öffentliche Zeitungsartikel, Skripte aus Fernseh- und Radiosendungen, parlamentarische Protokolle, Beiträge aus sozialen Medien sowie Expert:inneninterviews. Der zweite Beitrag verwendet ebenfalls einen Multi-Methoden-Ansatz, indem er empirische Umfragedaten mit experimentellen Daten kombiniert. Diese Datensätze wurden entweder in realen Einrichtungen des öffentlichen Personennahverkehrs oder in Lehrveranstaltungen an der RWTH Aachen University erhoben. Der dritte Forschungsaufsatz basiert auf quantitativen experimentellen Studien und nutzt Daten aus Live-Experimenten sowie aus Online-Experimenten über Amazon Mechanical Turk (MTurk). Forschungsaufsatz I untersucht die Rolle von Konsument:innen im sozialen Prozess der Legitimierung neuer Märkte am Beispiel des Novel-Food-Marktes in Deutschland. Unter Rückgriff auf die soziologische Theorie der Erwartungen und imaginierter Zukünfte wird analysiert, wie Denkweisen und Verhaltensweisen von Konsument:innen durch öffentliche Aushandlungsprozesse geprägt werden und wie ihre daraus resultierenden Rollen die Marktdynamik beeinflussen. Eine 34-jährige historische Analyse von Medien-, Politik- und Unternehmensdaten identifiziert drei kontrastierende Formen der Konsument:innensubjektivierung – das vulnerable Konsument:innensubjekt, das wissenschaftliche Konsument:innensubjekt und das zukunftsorientierte Konsument:innensubjekt –, die sich im Zeitverlauf verschieben. Mit diesen Verschiebungen verändert sich auch der Legitimierungsprozess des Novel-Food-Sektors, was verdeutlicht, dass Marktlegitimierung ein dynamischer und zeitabhängiger Prozess ist. Der Beitrag erweitert die Konsumentenforschung, indem er Theorien der Marktlegitimierung mit Ansätzen der Subjektivierungsforschung verknüpft und aufzeigt, wie öffentliche Diskurse geteilte Zukunftsbilder erzeugen, in denen Konsument:innen fortlaufend durch gesellschaftliche Erwartungen geformt werden und als zentrale Akteur:innen bei der Entstehung neuer Märkte fungieren. Forschungsaufsatz II analysiert die Akzeptanz wasserstoffbetriebener Verkehrssysteme in lokalen Gemeinschaften und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Rolle von Emotionen bei der Bewertung dieser aufkommenden Technologie. Während wasserstoffbasierter öffentlicher Verkehr aufgrund technischer Fortschritte und umweltpolitischer Vorgaben zunehmend an Bedeutung gewinnt, stehen Kommunen und politische Entscheidungsträger:innen vor der Herausforderung, die Bürger:innen aktiv in diese Transformationsprozesse einzubinden. Die Studie untersucht individuelle psychologische Prozesse und identifiziert Stolz sowie ein Gefühl der Zugehörigkeit als zentrale emotionale Einflussfaktoren für die Technologieakzeptanz. Ein kollektives Gefühl des Stolzes, zur Nachhaltigkeit beizutragen, fördert die Unterstützung von Wasserstoffinitiativen und begünstigt prosoziales Verhalten zum Nutzen der Gemeinschaft. Damit liefert dieser Forschungsaufsatz wichtige Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger:innen zu den psychologischen Mechanismen partizipativer Initiativen und deren Bedeutung für öffentliche Transformationen hin zu nachhaltigen Mobilitätsentscheidungen. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Dissertationsprojekten widmet sich Forschungsaufsatz III einem Aspekt der Konsumrealität, der trotz technologischer Fortschritte weitgehend stabil bleibt, und untersucht den Wert, den Konsument:innen materiellen Objekten in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit zuschreiben. Aufbauend auf Theorien der verkörperten Kognition und der Bindungstheorie wird argumentiert, dass materielle Besitztümer die psychologische Distanz zu selbstrelevanten Bedeutungen verringern. Die Ergebnisse legen nahe, dass Konsument:innen Besitztümer nicht nur als Erweiterung ihres Selbst integrieren, sondern auch als Mittel, um bedeutsame Inhalte emotional näher an sich heranzuziehen. Diese Perspektive präzisiert das Konzept des erweiterten Selbst, indem sie materielle Objekte als emotionale Anker hervorhebt. Der Beitrag leistet zudem einen Beitrag zur Debatte um Erlebnisse versus Besitztümer, indem er aufzeigt, dass beide als komplementär und nicht als substitutiv zu verstehen sind. Während direkte Erfahrungen ein erfülltes Leben prägen, helfen materielle Objekte dabei, ein Gefühl der Verbundenheit aufrechtzuerhalten, wenn unmittelbare Teilhabe nicht möglich ist. Die Studie erweitert damit die Theorien der verkörperten Kognition und der Bindung, indem sie räumliche und psychologische Nähe als zentrale Treiber des Konsumentenverhaltens herausstellt.

Technological advancements have the potential to transform consumer realities, reshape established social structures, and confront consumers with the need to alter their everyday behavior and mindset. Technology-driven innovations, for instance, in food production or mobility choices, have the potential to spark controversial public views and opinions, as they fundamentally challenge common societal perceptions and thus cut to the heart of consumers’ understanding of the world and their role therein. As such, novel technology-driven developments in contemporary times disrupt once-legitimized habits and norms on the one hand. On the other hand, they also offer enhanced sustainability, ecological efficiency, and improved human well-being, which creates friction in consumer realities. As a result, consumer research has sought to explore this emerging friction and investigates how social debates shape market dynamics, why consumers may resist technological advancements, and what factors might drive the legitimization or acceptance of technologies. This dissertation builds on these contemporary research questions by analyzing how specific technological innovations influence consumer experiences and behaviors and thus restructure their realities. Specifically, it examines two aspects of consumer realities where technology-driven transformations are particularly prominent – their individual human nutrition and mobility choices. Both aspects are currently challenged by growing technological advances in the food sector on the one hand and the increasing prevalence of novel engine types, like hydrogen in the mobility sector, on the other. Moreover, as the goal is to strive for a multi-perspective investigation of transformation processes, the dissertation additionally focuses on the reasons for unaffected aspects of consumer realities. The individually perceived value of personal possessions, for instance, is such an aspect that experiences little pressure for restructuring and thus represents one example of reality that seems unaffected by technology-driven transformations. In sum, by integrating psychological, sociological, and behavioral perspectives on contemporary transformation processes, this dissertation seeks to provide a deeper understanding of consumer realities in times of rapid technological progress. The insights from this investigation provide essential orientations for businesses, policymakers, and scholars in order to navigate the evolving landscapes of consumer realities in the 21st century. The dissertational papers each focus on one consumer research perspective and thus apply different methodological approaches to answer their specific research questions. The first research paper applies a multi-method approach, combining qualitative and quantitative text analysis. Its dataset is characterized by high diversity, as it comprises public newspaper articles, TV and radio show scripts, parliamentary protocols, social media posts, and expert interviews. The second paper also employs a multi-method approach, combining empirical survey data with experimental data. These datasets were collected either in actual public transportation facilities or in student classes at RWTH Aachen University. The third research paper relies on quantitative experimental studies, utilizing data gathered from live experiments or online experimental settings via Amazon Mechanical Turk (MTurk). Research Paper I examines the role of consumers in the social process of legitimizing novel markets, focusing on the novel food market in Germany. Using the sociological theory of expectations and imagined futures, it explores how consumers’ mindsets and behaviors are shaped through public negotiations and how their resulting roles influence market dynamics. Through a 34-year historical analysis of media, political, and corporate data, the study identifies three contrasting consumer subjectifications – the vulnerable-consumer subject, the scientific-consumer subject, and the future-consumer subject – that shift over time. As they change, the legitimization process of the novel food sector also evolves, revealing that market legitimization is a dynamic and time-dependent process. The paper contributes to consumer research by integrating theories of market legitimization and subject formation, highlighting how public discourse creates shared visions of a future in which consumers are continuously shaped by societal expectations and thus represent key actors in creating novel markets. Research Paper II investigates the acceptance of hydrogen-powered transportation within local communities, focusing on the role of emotions in shaping evaluations of this emerging technology. As hydrogen-powered public transport gains traction due to engineering advancements and environmental regulations, municipalities and policymakers face challenges in ensuring citizen engagement for these transformations. The study explores individual psychological processes and identifies pride and a sense of belonging as key emotional factors influencing technology acceptance. A collective sense of pride in contributing to sustainability fosters support for hydrogen initiatives and encourages prosocial behavior that benefits the community. As such, this research paper provides policymakers with essential insights into the psychological mechanisms behind participatory initiatives and how they facilitate public transformations toward sustainable mobility choices. In contrast to the above-mentioned dissertational projects, Research Paper III explores one aspect of consumers’ reality that remains stable despite technological advancements and focuses on the value consumers attribute to physical objects during times of transition and uncertainty. Drawing on embodied cognition and attachment theory, it argues that material possessions reduce the psychological distance to self-relevant meanings. The findings suggest that consumers integrate possessions into their extended self not only as an expansion but also as a means of drawing meaningful entities closer to them. This perspective refines the concept of the extended self, highlighting that material objects serve as emotional anchors. The study contributes to the debate on experiences versus possessions, suggesting they function as complements rather than substitutes. While direct experiences shape a fulfilling life, material objects help maintain a sense of connection when direct engagement is not possible. The research extends embodied cognition and attachment theory, emphasizing proximity as a key driver of consumer behavior.

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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online

Sprache
English

Externe Identnummern
HBZ: HT031428771

Interne Identnummern
RWTH-2026-00671
Datensatz-ID: 1026118

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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The record appears in these collections:
Document types > Theses > Ph.D. Theses
School of Business and Economics (Fac.8)
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Public records
Publications database
812310

 Record created 2026-01-19, last modified 2026-03-26


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