2026
Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2026
Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
;
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2026-03-13
Online
DOI: 10.18154/RWTH-2026-04059
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/1033237/files/1033237.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Metakognition (frei) ; Selbstbild (frei) ; self-serving bias (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
Die Forschung zur Selbstbeurteilung wird häufig im Rahmen des Selbstwertdienlichen Bias (Self-Serving Bias, SSB) interpretiert, doch den methodischen Faktoren, die bestimmen, wie Selbstbeurteilungen erhoben, gemessen und interpretiert werden, wurde bislang deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Dissertation schließt diese Lücke, indem sie systematisch untersucht, wie Variationen im Trait-Judgement-Task – einem der am weitesten verbreiteten Paradigmen in diesem Forschungsfeld – sowohl die kognitiven Prozesse als auch die beobachtbaren Ergebnisse der Selbstbewertung beeinflussen. In drei experimentellen Studien wurden zentrale methodische Parameter isoliert und gezielt variiert. Studie 1 integrierte ein Mental-Rotation-Paradigma, um den kognitiven Aufwand beim Perspektivwechsel zu quantifizieren, und zeigte, dass sich die Reaktionszeiten mit zunehmender Perspektivwechsel-Komplexität systematisch verlängern. Studie 2 untersuchte das Antwortskalenformat und stellte fest, dass dichotome versus mehrstufige Skalen die Verteilung und Ausprägung der Eigenschaftszuschreibungen systematisch verändern. Studie 3 variierte die Stimuluspräsentationszeit, um den Einfluss von Zeitdruck zu testen, und zeigte, dass dieser die Entscheidungsdynamik beeinflusst, ohne notwendigerweise die Valenz der Urteile zu verändern. Zusammengenommen verdeutlichen die Ergebnisse, dass methodische Variablen – wie Perspektivmanipulation, Antwortformat und Zeitvorgaben – keine neutralen Verfahrensentscheidungen sind, sondern zentrale Einflussgrößen dafür, wie sich Selbstbeurteilungsprozesse in experimentellen Daten manifestieren. Diese Arbeit rahmt den Trait-Judgement-Task neu als ein Instrument, dessen Gestaltung maßgeblich die kognitiven Anforderungen an die Teilnehmenden und die Interpretierbarkeit von Selbstbewertungsmaßen bestimmt.Research on self-judgment often interprets findings through the lens of the self-serving bias (SSB), yet far less attention has been paid to the methodological features that shape how self-judgment is elicited, quantified, and interpreted. This dissertation addresses this gap by systematically examining how design parameters of the trait judgment task influence the cognitive processes and observable outcomes of self-evaluation. Across three experimental studies, key methodological factors were isolated and tested. Study 1 adapted the mental rotation paradigm to operationalize and measure the cognitive effort involved in perspective-taking, demonstrating that reaction times vary systematically with perspective shift complexity. Study 2 manipulated response scale format, revealing that binary versus multi-point scales alter the distribution and extremity of trait endorsements, indicating scale design can systematically bias responses. Study 3 varied presentation time to explore time pressure effects, showing that response deadlines influence decision dynamics without necessarily altering judgment valence. Together, these findings illustrate that methodological variables—such as perspective manipulation, response format, and timing parameters—are not neutral procedural choices but active determinants of how self-judgment processes manifest in experimental data. This work reframes the trait judgment task as a tool whose configuration critically shapes both the cognitive demands placed on participants and the interpretability of self-evaluation measures.
OpenAccess:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online
Sprache
English
Externe Identnummern
HBZ: HT031452513
Interne Identnummern
RWTH-2026-04059
Datensatz-ID: 1033237
Beteiligte Länder
Germany
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