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DFG project G:(GEPRIS)575205337

Zuverlässige Piloten? Die Herstellung von Zuverlässigkeit als Herausforderung in komplexen technologischen Umwelten.

CoordinatorProfessorin Dr. Martina Heßler
Grant period2026 -
Funding bodyDeutsche Forschungsgemeinschaft
 DFG
IdentifierG:(GEPRIS)575205337

Note: In den 1950er Jahren wurde in verschiedenen technologischen Kontexten eine Krise der Zuverlässigkeit konstatiert. Einzelne technische Komponenten, aber auch technologische Systeme funktionierten zu oft schlecht oder gar nicht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Menschen in der Bedienung der komplexer werdenden Technologie überfordert waren. Kurz gesagt war ein Dilemma entstanden: Menschen galten in der Bedienung von Technik als unzuverlässig, aber die Technik selbst erwies sich gleichfalls als unzuverlässig. Der Soziologe Donald MacKenzie hatte bereits vor mehr als 20 Jahren eine Geschichte technologischer Zuverlässigkeit gefordert. Bislang existiert jedoch kaum Forschung hierzu. Das geplante Vorhaben möchte hier einen Beitrag leisten. Ausgangsthese ist, dass die Frage, wann technologische Zuverlässigkeit bestand, keineswegs eindeutig zu beantworten war, sondern jeweils ausgehandelt wurde. Als Fallbeispiel dient das Flugzeug-Cockpit, das zwischen den 1970er und 1990er Jahren technisch transformiert wurde, also zu einer Zeit, in der sich die Diagnose einer Krise der Zuverlässigkeit noch verschärfte. Am Beispiel des Flugzeug-Cockpits lässt sich aufzeigen, wie mit der Herausforderung, komplexe Technologien zuverlässig zu machen, umgegangen und wie dabei die Rolle von Menschen, von Technik und ihre Relation interpretiert und gestaltet wurde. Es lassen sich zudem zentrale historische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts analysieren, so etwa die Grenzen von Automatisierungsprozessen in dynamischen und komplexen Umwelten sowie der Umgang mit Unfällen. Insbesondere soll das Projekt einen wissenshistorischen Beitrag leisten. Denn um technologische Zuverlässigkeit herzustellen, bedurfte es nicht nur robuster Technologien, sondern vor allem eines neuen Wissens über das Verhalten, die Fähigkeiten und Grenzen der Menschen in komplexen, hochtechnisierten Umwelten. Die Untersuchung setzt auf drei eng verwobenen Ebenen an. Erstens gilt es, die Produktion von Wissen über Menschen, bzw. über Piloten, zu analysieren, zweitens, die Strategien und Methoden, Piloten in der hochkomplexen Umwelt des Cockpits zuverlässig zu machen, zu erforschen und drittens, die Grenzen der Bemühungen, das Fliegen zu automatisieren, zu untersuchen. Auf allen drei Ebenen wurde debattiert, wie Zuverlässigkeit herzustellen seien und welches Verhältnis von Menschen und Technik Zuverlässigkeit garantieren würden.
   

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 Record created 2026-04-19, last modified 2026-04-27



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