2026
Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2026
Veröffentlicht auf dem Publikationsserver der RWTH Aachen University
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
;
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2026-05-18
Online
DOI: 10.18154/RWTH-2026-06157
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/1037654/files/1037654.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
GlycA (frei) ; Komorbiditäten (frei) ; Mortalität (frei) ; Reizdarmsyndrom (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
Wissenschaftlicher Hintergrund: Das Reizdarmsyndrom (RDS) zählt zu den häufigsten funktionellen Störungen des Verdauungstraktes. Bisher ist die Erkrankung in ihrer Pathophysiologie noch nicht vollständig verstanden, was sowohl die Diagnostik als auch die Therapie erschwert. Methoden: Für die Analysen wurden die Daten der UK Biobank (UKB)-Kohorte mit rund 500.000 Teilnehmern genutzt, darunter 7656 ICD-10-kodierte und 20.603 selbstberichtete RDS-Diagnosen. Um die Erkrankung in ihrem Verlauf genauer zu charakterisieren, wurden PheWAS-Analysen, Competing-Risk-Regressionen sowie metabolische Auswertungen durchgeführt, jeweils auch geschlechtergetrennt. Ergebnisse: Bei ICD-10-kodierten RDS-Patienten (ICD-10-RDS) zeigten sich in den PheWAS-Analysen 553 signifikant überrepräsentierte PheCodes, bei selbstberichteten RDS-Patienten waren es 247. Neben gastrointestinalen Erkrankungen traten gehäuft auch muskuläre, psychiatrische, respiratorische sowie metabolische Erkrankungen auf. Die Gesamtsterblichkeit war bei war bei Patienten mit einem ICD-10-RDS erhöht (HR=1.3 [95%KI, 1.2–1.4]), was auch in der geschlechtergetrennten Analyse jeweils für Männer und Frauen bestätigt wurde. Außerdem war das ICD-10-RDS mit einer höheren Sterblichkeit durch respiratorische (HR=2.1 [95%KI, 1.6–2.7]), muskuloskelettale (HR=3.8 [95%KI, 2.0–7.3]) sowie krebsbedingte Ursachen (HR=1.2 [95%KI, 1.1–1.4]) assoziiert. Eine erhöhte Gesamt- oder krebsspezifische Sterblichkeit konnte in den Patienten mit selbstberichtetem RDS nicht repliziert werden, das Risiko an Krebserkrankungen zu versterben war in dieser Gruppe sogar erniedrigt (HR=0.8 [95%KI, 0.7-0.9]). Eine Analyse der Serum-Metabolite zeigte, dass höhere Konzentrationen von Glycoprotein Acetyls (GlycA) sowohl mit einem höheren Risiko für das Auftreten einer RDS-Diagnose assoziiert waren als auch mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko in ICD-10-RDS-Patienten. Schlussfolgerung: Das RDS ist sowohl mit spezifischen Erkrankungsgruppen als auch mit einem erhöhten Risiko für eine ursachenspezifische Sterblichkeit assoziiert. Außerdem konnte GlycA als potenzieller Biomarker identifiziert werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass das RDS organspezifische Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit hat.Background: The Irritable bowel syndrome (IBS) is one of the most common functional digestive disorders. However, its pathophysiology is not yet fully understood, which complicates both diagnosis and therapy. Methods: I analyzed data of the UK Biobank (UKB), which includes around 500.000participants, among them 7656 ICD-10 coded and 20.603 self-reported IBS diagnoses. In order to characterize the disease more precisely, PheWAS analyses, competing risk regressions and metabolic evaluations were performed, each also stratified by gender. Results: In ICD-10-coded IBS patients (ICD-10-IBS), PheWAS analyses revealed 553overrepresented PheCodes, compared to 247 in self-reported IBS patients. In addition to gastrointestinal diseases, musculoskeletal, psychiatric, respiratory and metabolic diseases were common. Overall mortality was increased in ICD-10-IBS patients(HR=1.3 [95% CI, 1.2–1.4]), which was also confirmed in the gender-specific analysis for both men and women. Furthermore, ICD-10-IBS was associated with higher mortality rates from respiratory (HR=2.1 [95% CI, 1.6–2.7]), musculoskeletal (HR=3.8[95% CI, 2.0–7.3]) and cancer-related (HR=1.2 [95% CI, 1.1–1.4]) causes. An increased overall or cancer-related mortality could not be replicated in patients with self-reported IBS. In fact, the risk of dying from cancer was even reduced in this group(HR=0.8 [95% CI, 0.7-0.9]). Analyses of serum metabolites showed that higher levels of Glycoprotein Acetyls (GlycA) were associated with an increased risk of IBS diagnosis as well as an increased mortality risk in ICD-10-IBS patients. Conclusion: IBS is associated with specific comorbidities and an increased risk of cause-specific mortality. In addition, GlycA was identified as a potential biomarker. The results suggest that IBS has organ-specific effects on individual health.
OpenAccess:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT031532691
Interne Identnummern
RWTH-2026-06157
Datensatz-ID: 1037654
Beteiligte Länder
Germany
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