2012
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2012
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2012-11-12
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-43384
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/197502/files/4338.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Xenon (Genormte SW) ; Sevofluran (Genormte SW) ; Narkosetiefe (Genormte SW) ; Medizin (frei) ; Hypnosetiefemonitore (frei) ; bispectraler Index (frei) ; akustisch evozierte Potentiale (frei) ; anaesthetic depth monitoring (frei) ; awareness (frei) ; bispectral index (frei) ; auditory evoked potentials (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
Während einer Allgemeinanästhesie ist es wichtig, zu jedem Zeitpunkt Informationen über die Narkosetiefe des Patienten zu bekommen. Die Tiefe der Narkose sollte nicht zu flach und nicht zu tief sein, um intraoperative Awareness und hämodynamische Komplikationen zu vermeiden. Da das Zielorgan einer Allgemeinanästhesie das Gehirn ist, können neben den klinischen Standardparametern Hypnosetiefemonitore, die die elektrische Hirnaktivität messen, wertvolle Hinweise über die aktuelle Narkosetiefe geben. Eine grundlegende Anforderung an diese Monitore ist eine zuverlässige Funktion, unabhängig von den eingesetzten Anästhetika. Die dieser Arbeit zugrunde liegende Studie untersuchte die Wirkung von Xenon und Sevofluran auf zwei verschiedene Hypnosetiefemonitore und die Anwendbarkeit der Monitore als zusätzlichen Überwachungsparameter während Allgemeinanästhesien. Einer der verwendeten Monitore überwachte die Hirnfunktion durch Ableitung von Roh-EEG-Signalen, die mithilfe eines Computers verarbeitet und als Zahl (BIS-Wert) und Grafik dargestellt wurden. Der andere Monitor arbeitete mit akustisch evozierten Potentialen, die ebenfalls als Indexzahl (A-line ARX-Index - AAI) angezeigt wurden. Es wurden insgesamt 93 Patienten randomisiert in zwei verschiedenen Studiengruppen (Xenon n = 45, Sevofluran n = 48) eingeschlossen. In den Vergleichsgruppen widerriefen jeweils zwei Patienten präoperativ ihre Zusage zur Studie. Ein Datensatz konnte in der Xenongruppe aufgrund technischer Fehler nicht verwendet werden. Die Patienten unterzogen sich elektiven Eingriffen im Bereich der Urologie, Gynäkologie oder Allgemeinchirurgie. Während der Anästhesie wurden die klinischen Parameter und die Indexwerte der Hypnosetiefemonitore BIS und AAI in fünfminütlichen Abständen erhoben. Zu bestimmten Fixpunkten (Einleitung, Intubation, Schnitt, Hautnaht) wurden die Daten einminütlich erhoben. Nach der Narkose wurden die Patienten im Aufwachraum überwacht und der Sedierungsstatus anhand der Observers Assessment of Alertness/Sedation Scale dokumentiert. Mithilfe des Brice Interviews wurden die Patienten nach intraoperativer Wachheit befragt. Diese Befragung wurde zweimal in bestimmten Zeiträumen nach der Entlassung aus dem Aufwachraum durchgeführt. Die Patienten der Vergleichsgruppen unterschieden sich bezüglich des Alters, des Ge-schlechts und der Größe nicht signifikant. In Bezug auf das Gewicht und den BMI zeigten sich signifikante Unterschiede. Bei allen Patienten konnte keine intraoperative Awareness beobachtet werden. Diese Beobachtung war für eine Studie mit dem vorliegenden Patientenkollektiv und den operativen Eingriffen in den oben genannten Fachbereichen erwartungsgemäß. Bei der Sevofluran-Gruppe korrelierten die BIS- und AAI-Wert wie erwartet gut mit den klinischen Parametern und dem Sedierungsgrad. Die Werte erreichten den vom Hersteller empfohlenen Bereich für eine adäquate Narkose. Der Bispektrale Index und der AEP-Monitor sind nach den Ergebnissen im Rahmen von Sevoflurananästhesien zur Ergänzung der Patientenüberwachung empfehlenswert, um eine zu flache oder zu tiefe Narkose zu vermeiden. In der Xenon-Gruppe ist der Bispektrale Index ebenfalls ein geeigneter Parameter, um neben den klinischen Parametern die Narkosetiefe abzuschätzen. Der BIS-Monitor ist während Allgemeinanästhesien als zusätzlicher Überwachungsparameter zu empfehlen. Der AAI überschreitet bei Anwendung von Xenon nach einer Stunde den empfohlenen Zielbereich ohne eine Veränderung der klinischen Parameter oder Zeichen von intraoperativer Awareness. Bisher gibt es keine erklärbaren Gründe für diese Beobachtung. Weitere Untersuchungen sind erforderlich um herauszufinden, ob sich möglicherweise die Gehörsignalverarbeitung während länger dauernden Xenonanästhesien verändert. Der AAI ist nach den Ergebnissen nicht ohne weitere Untersuchungen zur Überwachung der Narkosetiefe bei Xenonnarkosen zu empfehlen.During general anesthesia it is important to get information about patient’s depth of anaesthesia at any time. The depth of anesthesia should not be too low or too deep to avoid intraoperative awareness and hemodynamic complications. Anaesthetic depth monitoring is able to measure the electrical brain activity and can give references about the current depth of anaesthesia. The target organ of general anesthesia is the brain, therefore monitoring is important in addition to the clinical standard parameters. A fundamental requirement of the monitors is their reliable function independent of engaged drugs. The work underlying this study examined the effect of xenon and sevoflurane on two different anaesthetic depth monitors and its usability as an additional monitoring parameter during general anaesthesia. One of the used monitors controlled the brain function by discharging raw-EEG-signals, which are processed by a computer and presented as figure (BIS-Value) and graphic. The other monitor worked with auditory evoked potentials, which were also displayed as an index number (A-line autoregressive index - AAI). Collectively 93 patients were randomized in one of the study groups (xenon n = 45, sevoflurane n = 48). In the comparative groups two patients abandoned the commitment of the study preoperative. Due to technical defaults one dataset of the xenon group could not be used. The patients underwent elective operations in the departments of urology, gynecology or general surgery. During anaesthesia data of the clinical parameters and the values of the anesthesia depth monitoring, BIS and AAI, were collected every five minutes. At certain times (induction, intubation, surgical incision, suture) the data were collected every minute. After anaesthesia, the patients were monitored in the post anaesthetic care unit (PACU) and the status of sedation was documented based on the Observers Assessment of Alertness/Sedation Scale (OAA/S). Using the Brice Interview, the patients were asked about intraoperative awareness in form of recalls. This survey was conducted twice during certain time periods after discharge from the recovery room. The patients of the reference group do not differ significantly in terms of age, sex and height. Regarding to weight and BMI (body mass index) there are significant differences, which are unusual for a randomized trial. In all patients, no intraoperative awareness could be observed. For a study with the present patient base and the operative interventions in the mentioned medical deparments this Oberservation was expectably. In the sevoflurane group the BIS- and AAI-indices correlates expectably well with clinical parameters and the status of sedation. The results reached the producers recommended range for adequate anesthesia. In the xenon-group the bispectral index is also a suitable parameter to assess the depth of anesthesia beside the clinical parameters. After one hour the AAI exceeded the recommended upper limit without a change in clinical parameters by use of xenon. So far there is no explainable reason for this observation. Further studies are needed to determine whether the auditory signal processing may be altered during prolonged xenon anesthesia. Therefore the AAI is not recommended to monitor the depth of anesthesia during xenon anesthesia.
Fulltext:
PDF
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Interne Identnummern
RWTH-CONV-143357
Datensatz-ID: 197502
Beteiligte Länder
Germany
|
The record appears in these collections: |