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2009
Frühere Ausgabe: http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:hbz:82-opus-21203 / Vollversion als elektronischer Quellenbestand im Bundesarchiv Koblenz, Signatur MD2
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-29921
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/48296/files/2992.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Deutschland (Genormte SW) ; Wehrmacht (Genormte SW) ; Geschichte (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 900
Kurzfassung
Das von der DFG geförderte Digitalisierungsprojekt „Überregionale Erschließung personenbezogener Quellen zu Angehörigen der bewaffneten Formationen des Dritten Reiches” hat sich von März 2004 bis August 2007 der Bereitstellung von Massendaten in elektronischer Form für die militärhistorische Sozialforschung zum Zweiten Weltkrieg bzw. zum Nationalsozialismus gewidmet. Die Quellengattung, die in dem vom Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte der RWTH Aachen in Kooperation mit dem Bundesarchiv, der Deutschen Dienststelle Berlin sowie dem Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführten Projekt, digitalisiert wurde, ist ein von der Forschung bislang kaum erschlossener Datenbestand: die Personalakten der Mannschaftssoldaten und Unteroffiziere des Heeres, der Luftwaffe und der Waffen-SS. In den Personalunterlagen der Wehrmacht finden sich formalisierte Angaben zum Leben, Überleben oder Sterben von Soldaten und Waffen-SS-Angehörigen, aus denen sich detaillierte biographische Skizzen rekonstruieren lassen, die Kriegs- und Vorkriegsbiographie sichtbar machen. Bislang wurden sie vor allem für den Nachweis von Versicherungsansprüchen und im Rahmen der Familienforschung genutzt. Im Gegensatz zu den Personalakten der Offiziere, die mit dem Ende der Bundesarchiv-Zentralnachweisstelle vollständig in die Bestände des Bundesarchiv Militärarchiv in Freiburg übergegangen sind, galten diese Bestände der Geschichtsforschung aufgrund ihrer Überlieferungsstruktur und ihrem scheinbar nur dürftigen Informationsgehalt als wenig attraktiv. Die personenbezogenen Massendaten in den Beständen der ehemaligen BA ZNS sind aber durchaus auch für eine quantitativ arbeitende Sozialgeschichte erschließbar. Möglich ist der gezielte Zugriff auf Segmente des Aktenbestandes nach regionalen oder institutionellen Kriterien, der Untersuchungen zulässt, bei denen an die Stelle der Betrachtung einzelner Biographien die komparative Analyse tausender Lebensläufe von Soldaten einer genau definierten Gruppe tritt. Die Langzeitbeobachtung der sozialen Zusammensetzung und des sozialen Wandels in den bewaffneten Formationen des NS-Regimes kann durch diese neu erschlossene Quellenbasis auf eine empirische Basis gestellt werden, die völlig neue Fragestellungen in diesem noch von zahlreichen Desideraten gekennzeichneten Forschungsfeld erlaubt. Das Bundesarchiv ist jedoch nicht die einzige Institution, die personenbezogene Quellen zum Mannschafts- und Unteroffizierspersonal von Wehrmacht und Waffen-SS bewahrt. Bei der Deutschen Dienststelle (WASt) in Berlin befinden sich außerdem die Erkennungsmarkenverzeichnisse (EKV) und die Verlustunterlagen der Wehrmacht sowie – allerdings nur fragmentarisch – vergleichbare Unterlagen der Waffen-SS. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hat nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Rahmen seiner Arbeit die Vermisstenbildliste und die Heimkehrerkartei erstellt, die beide ebenfalls biographische Angaben zu Millionen von Soldaten enthalten. Bereits isoliert bilden diese Bestände eine unverzichtbare Grundlage für Untersuchungen sozialer und institutioneller Strukturen. Es liegt jedoch auf der Hand, dass aus ihrer ganzheitlichen und die Einzelbestände zusammenführenden Erschließung eine sozialhistorische Datenbasis zum Personal von Wehrmacht und Waffen-SS von bisher nicht erreichter Dichte entstehen kann. In Zahlen heißt das: 75.369 Einträge aus insgesamt 78 Erkennungsmarkenverzeichnissen wurden digitalisiert. Eine Teilmenge von 68.209 dieser Datensätze aus 68 Erkennungsmarkenverzeichnissen konnte für die Bildung der Stichprobe verwendet werden. Der erste Eintrag in diesen Personallisten datiert vom 19. Januar 1939, der letzte vom 11. März 1945. Sie beziehen sich auf 36.683 Individuen. Für 9.903 dieser Soldaten lag ein Wehrstammbuch oder eine vergleichbare Akte vor, die in die Datenbank aufgenommen wurden. Die Stichprobe der Waffen-SS-Angehörigen aus dem Aktenbestand der SS-Ergänzungsstelle West in Düsseldorf umfasst 2.567 Datensätze, die der Luftwaffenangehörigen aus dem Wehrkreis VI 2.524 Akten, aus den Wehrmeldeämtern Aachen und Düren stammen 1.706 bzw. 1.026 Wehrstammbücher. Weitere 810 Einträge betreffen die Wehrmachtangehörigen aus Luxemburg, Elsass-Lothringen und Ostbelgien. Insgesamt befinden sich 18.536 nahezu vollständig digitalisierte Wehrstammbücher in der Datenbank. Zusätzlich wurden aus der Heimkehrerkartei 2.004 und aus der Vermisstenbildliste 1.956 Datensätze erhoben. Da die Personalunterlagen und -karteien Stationen aus der militärischen und zivilen Biographie dokumentieren, gehen die Erkenntnismöglichkeiten, die sich aus dieser Datensammlung ergeben, weit über den militärischen Kontext hinaus. Die erfassten Soldaten im hier vorliegenden Sample bilden einen Querschnitt durch die männliche kriegsdienstpflichtige Bevölkerung: Sie decken das Geburtsintervall von 1878 bis 1930 ab, stammen aus über 4.060 Dörfern und Städten inner- und außerhalb des Deutschen Reichs, verteilen sich auf alle sozialen Schichten, gehörten zwischen 1935 und 1945 42.786 verschiedenen Dienststellen aller Waffengattungen der Wehrmacht an und haben auf allen Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs gekämpft. Diese Datenbank macht der Forschung eine eingeschränkt repräsentative Stichprobe personenbezogener Quellen als virtuellen Quellenbestand im Bundesarchiv zugänglich. Seit November 2009 kann eine anonymisierte Version des Datensatzes über die GESIS (www.gesis.org) für sozialwissenschaftliche Auswertungen unter der Studiennummer 8410 angefordert werden. Das Handbuch bietet eine inhaltliche und technische Beschreibung der Datenbank und beinhaltet in dieser zweiten Ausgabe Hinweise für die Nutzung einer anonymisierten Version des Datensatzes.
Fulltext:
PDF
Dokumenttyp
Book
Format
online, print
Sprache
German
Interne Identnummern
RWTH-CONV-093529
Datensatz-ID: 48296
Beteiligte Länder
Germany
Contribution to a book
Die militärischen Verbände: Kriegseinsatz und Überlieferung
Deutsche Soldaten 1939-1945 : Handbuch einer biographischen Datenbank zu Mannschaften und Unteroffizieren von Heer, Luftwaffe und Waffen-SS ; ergänzte Ausgabe mit Hinweisen zur Nutzung des anonymisierten Datensatzes / Hrsg. v. Christoph Rass u. René Rohrkamp
Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University : 2. Aufl., 76-181 (2009)
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