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Modellgeleitete Therapie phonologischer und phonetischer Störungen bei Aphasie : eine multiple Einzelfallstudie = Model-based treatment of phonological and phonetic impairments in aphasia : multiple single case study



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Sabine Johanna Corsten

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2008

Umfang319 S.


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2008


Genehmigende Fakultät
Fak10

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2008-08-22

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-25326
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/50319/files/Corsten_Sabine.pdf

Einrichtungen

  1. Lehr- und Forschungsgebiet Schlaganfallforschung und Neurorehabilitation (N.N.) (535010-1)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Aphasie (Genormte SW) ; Motorische Aphasie (Genormte SW) ; Modell (Genormte SW) ; Therapie (Genormte SW) ; Logopädie (Genormte SW) ; Phonologie (Genormte SW) ; Medizin (frei) ; Sprechapraxie (frei) ; rezeptiv (frei) ; expressiv (frei) ; Sprachverarbeitungsmodelle (frei) ; materialbasiert (frei) ; aphasia (frei) ; treatment (frei) ; apraxia of speech (frei) ; phonological impairment (frei) ; model-based (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610

Kurzfassung
ZIELSETZUNG: Die vorliegende Studie beinhaltete die Entwicklung und Evaluation eines modellgeleiteten, defizitorientierten und materialbasierten Behandlungsansatzes für rezeptive und expressive phonetisch-phonologische Störungen bei Aphasie. Diese stellen ein häufiges Symptom bei neurologisch bedingten Sprech- und Sprachstörungen dar. In aktuellen Sprachmodellen lassen sich im Sprachverstehen wie auch in der Sprachproduktion 3 Stufen der Verarbeitung unterscheiden. Es handelt sich jeweils um eine phonetische Ebene zur frühen Analyse der Sprachsignals bzw. zur Erzeugung der Artikulationsprogramme, eine sublexikalische Ebene zur Verarbeitung segmentaler Repräsentationen und eine lexikalische Ebene, auf der ganze Wortformen verarbeitet werden. Störungen in der Sprachperzeption können sich in der Diskrimination von Lauten, im Erkennen von Phonemen und im lexikalischen Entscheiden manifestieren. In der Sprachproduktion äußern sich Störungen in formalen Paraphasien, phonematischen Paraphasien und phonetischen Entstellungen. Ziel der Studie war es, die unterschiedlichen zugrunde liegenden Pathomechanismen durch systematische Kontrolle linguistischer Parameter (phonologische Ähnlichkeit, Lexikalität Komplexität) des Therapiematerials spezifisch anzusprechen. Anhand von Einzelfalldarstellungen wird die Wirksamkeit des Verfahrens demonstriert. METHODE: Es wurden drei Patienten behandelt, bei denen mittels einer im Projekt entwickelten modellorientierten Diagnostikbatterie unterschiedliche Störungen in der phonetisch-phonologischen Verarbeitung nachgewiesen wurden. In der Therapie wurden im Minimalpaarsetting die Parameter phonologische Ähnlichkeit (kontrolliert wurde die Position des phonematischen Kontrastes, Onset versus Coda), Lexikalität (Wort versus Pseudowort) und phonetische Komplexität (Sonoranz; steigend versus unspezifisch) in 5 Bedingungen systematisch variiert. Als Kontrollbedingung wurde ein Training mit Wörtern ohne minimale phonematische Kontraste eingeführt. Es wurden Aufgaben zur Diskrimination, Identifikation und Reproduktion angeboten. Das experimentelle Design bestand aus einem Multiple Baseline Design mit einer Therapiephase, die im „alternating treatment“ durchgeführt wurde. Pro Tag fanden zwei Therapiesitzungen á 60 Minuten statt (insgesamt 48). ERWARTUNGEN: Patienten mit akustisch-phonetischen Perzeptionsstörungen sollten von einem Diskriminationstraining mit Minimalpaaren profitieren. Bei phonetischen Sprechstörungen sollte der Einsatz von in der Komplexität systematisch gesteigertem Material zu optimalen Therapieeffekten führen. Für Patienten mit sublexikalischen Störungen wird erwartet, dass sie am meisten von einem Training mit Items, die sich in der Coda unterscheiden, profitieren. Es werden größere positive Effekte bei Pseudowörtern erwartet. Bei Patienten mit lexikalischen Störungen sollte mit Wortmaterial gearbeitet werden. Beim Training im Minimalpaarsetting kommt hier der Onset-Position eine besondere Bedeutung zu. Für das Training mit Stimuli ohne phonematische Kontraste werden grundsätzlich keine positiven Effekte erwartet. ERGEBNISSE: Bei den drei behandelten Patienten konnten entsprechend der Theorie differentielle Effekte der Therapie nachgewiesen werden. So profitierten zwei Patienten mit kombinierten sublexikalischen Störungen in der Sprachperzeption und Sprachproduktion sowohl im Input- als auch im Outputtraining am meisten von der Arbeit mit in der Coda kontrastierten Items. Bei einer der beiden Patienten lag zusätzlich eine expressive lexikalische Störung vor. Jedoch profitierte die Patientin nicht vom Üben mit Wörtern mit wechselnden Onsets. Die dritte Patientin, bei der eine phonetische Sprechstörung, eine Sprechapraxie, vorlag, zeigte entsprechend der Erwartungen ausschließlich Verbesserungen in der Therapie mit dem in der Komplexität abgestuften Material. Weitere Ergebnisse werden diskutiert. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Es konnte nachgewiesen werden, dass ein modellgeleitetes, defizitorientiertes und materialbasiertes Kombinationstraining rezeptiver und expressiver phonetisch-phonologischen Fähigkeiten bei aphasischen Störungen spezifische Verbesserungen bewirken kann. In zukünftige Studien sollte einer möglichen Optimierung des Therapieprogramms, auch hinsichtlich der klinischen Anpassung, nachgegangen werden. Dabei sollte auch spezifisch der Transfer der Therapieeffekte in die Alltagskommunikation untersucht werden.

Based on models of speech perception and production, different stages in phonological processing can be distinguished: phonetic, sublexical, and lexical levels of decoding and encoding respectively. In theory they can be selectively impaired. To address the specific level of phonological processing disruption we developed training material that entailed practice demands for each level of processing. This study aims to demonstrate the utility of this material-based approach by presenting the results of two patiants who showed both decoding and encoding difficulties at sublexical levels and one patient with apraxia of speech. The main component of the treatment programme was practice of minimal phonemic contrasts. The training material consisted of monosyllabic stimuli that were systematically varied for certain linguistic criteria, such as phonemic contrast position (onset/coda), lexicality (words/pseudowords), and phonetic complexity (increasing/unspecific sonority). The impact of these factors was studied in an alternating-treatments design employing control tests to assess baseline, outcome, and maintenance. The treatment lasted for 6 weeks during which phonological processing was practised under six treatment conditions. All exercises were computer assisted, and each session consisted of three main tasks: discrimination, identification, and reproduction. As predicted, the participants showed improvement during therapy when practising those items that called specifically for sublexical phonological processing. This study demonstrates that an impairment-specific and material-based therapy approach is promising for the treatment of impaired phonological and phonetic processing. Furthermore, the results suggest common mechanisms of input and output phonology.

Fulltext:
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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT015700856

Interne Identnummern
RWTH-CONV-112868
Datensatz-ID: 50319

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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Document types > Theses > Ph.D. Theses
Publication server / Open Access
Faculty of Medicine (Fac.10)
Public records
535010\-1
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 Record created 2013-01-25, last modified 2026-07-03


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