2008
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2008
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2008-11-24
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-26277
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/50556/files/Charalambakis_Natascha.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
End-zu-End-Anastomose (Genormte SW) ; Dünndarm (Genormte SW) ; Schwein (Genormte SW) ; Medizin (frei) ; Anastomoseninsuffizienz (frei) ; Darmdurchblutung (frei) ; Anastomotic leakage (frei) ; vascularization (frei) ; intestine (frei) ; pig (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
Nahtundichtigkeiten gelten immer noch als schwerwiegendste Komplikation viszeralchirurgischer Eingriffe. Trotz der technischen Weiterentwicklung und Ausfeilung der Nahttechniken konnte die Rate der Anastomoseninsuffizienzen bislang nicht wesentlich gesenkt werden. Als Grundvoraussetzung für eine gute Anastomosenheilung gilt eine ausreichende Durchblutung der zu anastomosierenden Darmenden. Die Morphologie und Topographie der Gefäße, die von der Marginalarkade zur Darmwand ziehen, sind nur unzureichend untersucht. Ziel dieser Arbeit war, den Mesenterialarterienverlauf und die Strecke der Vasa recta bis in die Darmwand genauer zu analysieren und den Einfluss auf die Vaskularisation einer Enterotomie im Vergleich zu einer Darmanastomosierung darzustellen. Zusätzlich wurden vergleichende anatomische Untersuchungen bezüglich der enteralen Durchblutung bei Mensch und Schwein vorgenommen. Eine immunhistochemische Bestimmung der Kapillardichte unterschiedlicher Dünndarmabschnitte beider Spezies wurde ergänzt. Zur Gefäßdarstellung wurde an 8 Frischleichen und 10 Schweinen eine Mennige-Gelatine-Lösung in die A. mesenterica superior und inferior injiziert und anschließend die radiologische Bildgebung mit einer hochauflösenden Mammographietechnik durchgeführt. Zur Quantifizierung wurden der Abstand der mesenterialen Gefäßaufzweigungen, der Abstand der Mesenterialgefäße in Höhe der Darmwand und die Anzahl der intramuralen Gefäßanastomosen auf je 10 Bild-cm analysiert. An insgesamt 80 separaten Proben von Mensch und Schwein aus Jejunum und Ileum (jeweils n=20) wurde immunhistochemisch mit Hilfe von Faktor VIII-Antikörpern die Kapillardichte ermittelt. Zur Untersuchung des Einflusses der Schnittführung auf die Durchblutung wurde die Breite des gefäßfreien Areals im Bereich der Naht bzw. der Anastomose bestimmt. Nach antimesenterialer, longitudinaler Enterotomie zeigte sich ein viel kleineres gefäßfreies Areal als bei End-zu-End-Anastomosierung. Die intestinale Gefäßversorgung des Menschen unterschied sich erheblich von der des Schweines. Während die Humanpräparate den typischen mesenterialen Gefäßverlauf mit Arkaden, Querverbindungen und intramuralen Gefäßanastomosen zeigten, boten die Schweinepräparate eine multifilamentäre Aufzweigung der Stammgefäße, eine Gruppierung zu Gefäßbündeln ohne Verzweigungen und Arkadenbildung und eine geringere Anzahl intramuraler Gefäßanastomosen. Im Vergleich zum Schwein lagen auf Höhe der Darmwand die Mesenterialgefäße beim Menschen viel enger zusammen. Die Anzahl der intramuralen Anastomosen war beim Menschen signifikant höher. Auch die Immunhistochemie hatte in äquivalenten Darmabschnitten bei humanen Proben eine höhere Kapillardichte im Vergleich zum Schwein zum Ergebnis. Sowohl beim Menschen als auch beim Schwein zeigten sich diesbezüglich für das Jejunum höhere Werte als für das Ileum. Aufgrund des in unserer postmortalen chirurgisch-anatomischen Studie kleineren Füllungsdefektes nach antimesenterialer Enterotomie im Vergleich zur zirkulären Anastomosierung können die in der Literatur beschriebenen hohen Komplikationsraten der Enterotomie nicht erklärt werden. Die vergleichenden Untersuchungen zur Darmdurchblutung an Mensch und Schwein lassen deutliche, in der chirurgischen Literatur bisher nicht bekannte Unterschiede in der Angioarchitektur von Mesenterium und Darmwand darstellen. Eine Beeinflussung der physiologischen Organfunktion und Auswirkung auf die Anastomosenheilung liegen nahe. Unter diesen Bedingungen müssen Ergebnisse tierexperimenteller Studien am Schweinedarm in ihrer generellen Übertragbarkeit auf den Menschen kritisch hinterfragt werden.Anastomotic leakage still forms a serious complication in gastrointestinal surgery associated with high mortality. The basic factor for the anastomotic healing process is an undisturbed microcirculation. The aim of this injection study was to analyse the arrangement of arteries in the mesentery and of the arteriae rectae in man and to compare it with the anatomy of pigs. Arterial arcades, a characteristic of the mesentery in man, are absent in pigs. Instead, a parallel to the intestine running band of numerous, anastomosing arteries gives rise to many bundles of arteries. The significance of this arrangement of vessels is not known. Thus the transferability to man of the results of studies in surgical research, where pigs are used as models, has to be verified. Additionally, we studied the influence of an enterotomie versus an anastomosis on the vascularization of intestine. After antimesenterial enterotomie there was a smaller area without vessels than after end-to-end-anastomosis. With our results the high rate of complication after enterotomie as often described in literature cannot be explained by the anatomical circumstances.
Fulltext:
PDF
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT015818950
Interne Identnummern
RWTH-CONV-113096
Datensatz-ID: 50556
Beteiligte Länder
Germany
|
The record appears in these collections: |