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Häufigkeit von Kindern mit vermuteter ADHS im Patientengut von Allgemein- und Kinderärzten im Raum Aachen, sowie Faktoren, die mit einer ADHS assoziiert sind



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Hanna Großkurth

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2005

Umfang94 S. : grpah. Darst.


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2005


Genehmigende Fakultät
Fak10

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2005-07-26

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-12239
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/52258/files/Grosskurth_Hanna.pdf

Einrichtungen

  1. Medizinische Fakultät (510000-1)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; ADHS (frei) ; Conners-Skala (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610

Kurzfassung
Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Im Laufe der letzten Jahre wird es zunehmend häufiger beobachtet. Die ADHS ist multifaktorieller Genese. Ursächlich werden eine genetische Komponente, prä-, peri- und postnatale Einflussfaktoren, sowie eine soziale Komponente diskutiert. Bei einem Teil der Kinder lassen sich hirnanatomische Differenzen sowie biochemische Anomalien wie zum Beispiel ein gestörter Dopamin-Regelkreislauf im frontalen Kortex des Gehirns finden. Die Diagnose der ADHS wird durch eine Zusammenschau aus Beobachtungen, Interviews, Testverfahren, Fragebögen und Untersuchungen gestellt. Es gibt keine spezifischen Laborwertabweichungen oder spezifischen pathologischen neurophysiologischen Muster, die die Diagnose der ADHS erleichtern. Die Therapie der ADHS besteht aus individuell angepassten Maßnahmen, welche eine Intervention im sozialen Umfeld des Kindes mit einer Medikation, zumeist mit Stimulantien wie Methylphenidat, kombinieren. Das Ziel der vorliegenden Studie war es festzustellen, in wie vielen Familien, die im Raum Aachen leben und ihren Hausarzt oder Kinderarzt aus den verschiedensten Gründen konsultieren, es ein Problemkind mit einer möglichen ADHS gibt. Zusätzlich sollte untersucht werden, ob die in der Literatur beschriebenen Risikofaktoren oder Faktoren die in anderer Weise mit ADHS statistisch gehäuft auftreten, bei den Aachener Kindern bestätigt werden bzw. ob zusätzliche Risikofaktoren gefunden werden können. In 47 allgemeinärztlichen oder pädiatrischen Arztpraxen im Raum Aachen wurden Fragebögen ausgelegt, die von Eltern mit Kindern im Grundschulalter auszufüllen waren. Der Fragebogen enthielt die 10-Items-Conners-Skala. Diese Skala dient in der Diagnostik der ADHS als erster Schritt bei der Erfassung auffälliger Kinder, erlaubt es allerdings nicht, eine definitive Diagnose zu stellen. Des Weiteren erfasst der Fragebogen Angaben bezüglich Freizeitbeschäftigungen und Schlafgewohnheiten der Kinder sowie Daten über das aktuelle Gewicht der Kinder, ihr Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit und ihr soziales Umfeld. Fragebögen wurden an 600 Eltern ausgehändigt. 239 von diesen wurden ausgefüllt und konnten ausgewertet werden. Bei 15,1% der erfassten Kinder (n=36) wurde ein Wert von =15 Punkten auf der Conners-Skala gefunden, was einer Auffälligkeit im Sinne einer möglichen ADHS entspricht. Bei der gefundenen Prävalenz könnte ein Selektions-Bias vorliegen, da Eltern hyperaktiver Kinder möglicherweise häufiger von ihren Ärzten gebeten wurden, den Fragebogen auszufüllen. In diesem Falle wären auffällige Kinder in der Untersuchung überrepräsentiert. Allerdings waren überdurchschnittlich viele (45%) der Fragenbögen von Eltern zurückgegeben worden, die Akademiker sind, so dass der Anteil auffälliger Kinder möglicherweise unterrepräsentiert ist, da in der vorliegenden Studie ein Verdacht auf ADHS in Familien mit höherem Sozialstatus seltener vorkam. Statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen einem Verdacht auf ADHS ergaben sich bei einer Reihe von Merkmalen und Faktoren. So waren Jungen 4.5-fach häufiger betroffen als Mädchen. Kinder mit vermutetem ADHS litten häufiger an Einschlafstörungen als unauffällige Kinder, verbrachten doppelt so viel Zeit mit Fernsehen, und Fernsehen und/oder Computerspiele waren viel häufiger ihre einzigen Freizeitbeschäftigungen. Von 28% der auffälligen Kinder (im Vergleich zu 8% der unauffälligen Kinder) wurde berichtet, dass sie nie Sport treiben. Die vorliegende Untersuchung lässt keine Rückschlüsse zu auf eine mögliche ursächliche Verknüpfung zwischen den gefunden Beobachtungen und ADHS. Bezüglich der Frühgeburtlichkeit, des Geburtsgewichtes, des Körpergewichts (BMI) der Kinder, des sozialen Hintergrundes sowie bezüglich Durchschlafstörungen zeigten die Ergebnisse keine statistischen signifikanten Häufungen. Allerdings war die Stichprobengröße mit nur 36 auffälligen Kindern gering, so dass die vorliegende Beobachtung solche möglichen Zusammenhänge nicht ausschließt. Hier liegt ein Ansatzpunkt für mögliche weiterführende Studien mit einer höheren Stichprobenzahl. Nach Kenntnis des Autors ist die vorliegende Studie die bisher einzige, die detailliert die Freizeitbeschäftigungen auffälliger Kinder beleuchtet. Die Ergebnisse zeigen, dass es Unterschiede hinsichtlich der Zahl und der Qualität der Hobbies zwischen diesen Kindern und unauffälligen Kindern gibt. Weitere Untersuchungen in dieser Richtung könnten möglicherweise Anhalte für eine verbesserte Verhaltenstherapie hyperaktiver Kinder ergeben.

Attention-Deficit-Hyperactive-Disorder (ADHD) is one of the most common psychiatric disorders of childhood and adolescence which has been reported with increasing frequency over the past years. The cause of ADHS is multi-factorial. Genetic, as well as prae-, peri- and postnatal factors have been suggested, as have social influences. Anomalies of brain structure and in the physiology of dopamine dependent brain functions have been observed in some children. The diagnosis of ADHD depends on a combination of results from interviews, questionnaire applications, observations and physical examinations. There is no specific anomaly of laboratory parameters or any specific neuro-physiological pattern that could facilitate the diagnosis of ADHD. The therapy of ADHD comprises individually designed measures, usually a combination of an intervention directed at the social environment of the child and the provision of stimulating medicines such as methylphenidate. The study presented here intended to establish the prevalence of children with suspected ADHD among many families residing in the greater Aachen area who present their children to the practice of a general practitioner or paediatrician for any reason. In addition, the study aimed to investigate whether risk or other factors that have been described in the literature as being statistically significantly associated with ADHD can be confirmed for children in Aachen, and whether additional risk factors can be identified. A questionnaire was applied to the parents of children of primary school age in 47 general and paediatric practices in the Aachen area. The questionnaire consisted of the 10-items-Conners Scale. This scale represents the first step in the screening of children in order to arrive at a suspected diagnosis of ADHD, however, it does not permit to arrive at a definite diagnosis. The questionnaire also covered information with respect to leisure activities and sleeping habits, data on actual body weight, birth weight, history of premature delivery and the social background of the children. Questionnaires were distributed to the parents of 600 children. 239 were returned all of which could be evaluated. 15.1% (36) of the children with available information showed =15 points on the Conners-Scale, thus suggesting a possible diagnosis of ADHD. This prevalence may have been subject to selection bias as it is possible that practitioners may have requested parents of hyperactive children more frequently than other parents to fill the questionnaire. In this case children with suspected ADHD might have been over-represented in this study. On the other hand, the proportion of questionnaires completed by parents from an academic professional background was above average (45%), which would imply a possible under-representation of children with suspected ADHD as the disorder was found to be less frequently associated with a higher social background. Statistically significant associations with suspected ADHS have been found for a variety of factors. Boys seemed to have been 4.5-fold more frequently affected than girls. As compared to unaffected children, children with suspected ADHD more often had problems to getting to sleep, spent about double of their past time watching television, and reportedly used TV and/or computer games much more often as their only past time activity. For 28% of the children with suspected ADHD (compared to only 8% of unaffected children), parents reported that they never engaged in sports. It should be noted that this study does not allow conclusions regarding the possible causal links between the factors observed and ADHD. No statistically significant associations were observed with respect to a history of premature delivery, the social background and problems of sleeping through. However, the sample size was small, and with only 36 children with suspected ADHD, the existence of such possible associations cannot be excluded. Further studies with higher sample sizes may answer this question. To the author’s knowledge, this study is the first so far that looked at leisure activities of possible ADHD-children. The results show substantial differences in the quantity and quality of these activities between affected and unaffected children. Further investigations into this aspect could perhaps help to improve behavioural interventions that form part of the therapy of children with ADHD.

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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT014521088

Interne Identnummern
RWTH-CONV-114494
Datensatz-ID: 52258

Beteiligte Länder
Germany

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Document types > Theses > Ph.D. Theses
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Faculty of Medicine (Fac.10)
510000\-1
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 Record created 2013-01-28, last modified 2026-06-02


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