2002 & 2003
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2002
Prüfungsjahr: 2002. - Publikationsjahr: 2003
Genehmigende Fakultät
Fak07
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2002-12-11
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-5186
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/57256/files/03_048.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Lassnig, Maria (Genormte SW) ; Selbstbildnis (Genormte SW) ; Innerer Monolog (Genormte SW) ; Ich-Identität <Motiv> (Genormte SW) ; Künste, Bildende Kunst allgemein (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 700
Kurzfassung
Die vor allem im Selbstportrait über Jahrzehnte stattfindende künstlerische Beschäftigung mit dem eigenen Inneren ist von InterpretInnen immer wieder als 'Innerer Monolog' bezeichnet worden. Dahinter steht, so hat sich gezeigt, die Vorstellung, daß das Selbstportrait ein Forum für den Künstler/ die Künstlerin darstellt, mit sich selbst ins Gespräch zu treten und in einem introspektiven Akt der Selbsterkenntnis malerisch das eigene Innere kennenzulernen. Das wiederum impliziert aber die Annahme, daß ein Selbstportrait ein authentisches Zeugnis ist. Anhand zahlreicher Selbstportraits der österreichischen Malerin Maria Lassnig (*1919), wird ihre Darstellung innerer Prozesse analysiert und ihr Konzept der 'body-awareness' am Werk nachvollzogen. Lassnigs großes Thema, die Darstellung von Körpergefühlen, greift einen zentralen Diskurs des 20. Jahrhunderts auf. In Lassnigs Werk verbindet sich dieser Diskurs mit der Erkenntnis, daß sich Identität vornehmlich über den Körper, seine biologischen und sozialen Faktoren, seine Geschichte und seine Befindlichkeiten konstituiert. Um die theoretischen Hintergründe transparent zu machen, wird der Körper als Ausdruck bzw. Ursache der eigenen Identität untersucht. Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich zu folgenden Thesen zusammenfassen: Prinzipiell ist es möglich, einen beschreibenden Begriff von einer Kunstgattung in eine andere zu übertragen. Der analog gesetzte Begriff muß aber bei Verwendung in einer anderen als der Ursprungsgattung neu und eindeutig definiert werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur ursprünglichen Begriffsverwendung deutlich zu machen. Im Fall Maria Lassnigs wird der Begriff des 'Inneren Monologs' in den vorliegenden Quellen einerseits im Sinne von 'Introspektion' verwendet und andererseits im Sinne von 'kreativer Prozeß'. Beides unterscheidet sich kategorial und inhaltlich vom literarischen 'Inneren Monolog'. Die Gemeinsamkeiten sind relativ gering. Deshalb wird in dieser Arbeit abschließend 'introspektiv kreativer Monolog' als eindeutigerer Begriff für die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich im künstlerischen Prozeß vorgeschlagen.The artistic occupation with the inner self, especially in self-portraits, ongoing for decades has repeatedly been defined as 'inner monologue'. The concept behind it is that the self-portrait represents a forum for the artist to enter into a discussion with him-/herself and to get to know the inner self pictorially in an introspective act of self-awareness. This implies, however, the assumption that a self-portrait is an authentic representation. Using numerous self-portraits of the Austrian painter Maria Lassnig (*1919), her display of inner processes is being analysed and her concept of body-awareness explored. Lassnig's main theme, the representation of bodily sensations, is based on a central discourse of the 20th century. In Lassnig's oeuvre this discourse merges with the insight that the identity constitutes itself via the body, through biological and social factors, history and susceptibility. In order to make the theoretical background apparent, the body is being analysed as a manifestation or cause for the individual identity. The findings of this dissertation can be summarized in the following theses: In principle, it is possible to transfer a descriptive term from one sphere of art to another. The analogue term, however, must be newly and unambiguously defined for the application in a field other than the original in order to highlight common and differing features with regard to the original term. Relating to Maria Lassnig, the term 'inner monologue' is, on the one hand, being used in the availabe source material in the sense of 'introspection' and also in the sense of 'creative process' on the other hand. Both usages are completely different from the literary term 'inner monologue' with regard to category as well as content. Common features are relatively few. As a result, this dissertation suggests the use of the term 'introspectively creative monologue' as it is less ambigious when dealing with the inner self in the artistic work process.
Fulltext:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT013610528
Interne Identnummern
RWTH-CONV-119311
Datensatz-ID: 57256
Beteiligte Länder
Germany
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