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Basel II und internes Rating : ökonomische Analyse der Regelungen zur Kreditvergabe an Unternehmen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung in der Version vom Januar 2001



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Oliver Humpert

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2003

UmfangXIII, 180, XLVI Bl


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2003


Genehmigende Fakultät
Fak08

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2003-04-23

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-5695
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/58861/files/Humpert_Oliver.pdf

Einrichtungen

  1. Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (800000)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Deutschland (Genormte SW) ; Kreditgeschäft (Genormte SW) ; Kreditrisiko (Genormte SW) ; Rating (Genormte SW) ; Basler Eigenkapitalvereinbarung <2001> (Genormte SW) ; Wirtschaft (frei) ; Basel II (frei) ; internes Rating (frei) ; Standardansatz (frei) ; IRB-Ansatz (frei) ; Bankenaufsicht (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 330

Kurzfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die ökonomische Analyse der Regelungen zur Kreditvergabe an Unternehmen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung in der Version vom Januar 2001 („Basel II”). Der grundlegende Unterschied zwischen diesem Regulierungsentwurf und der momentan gültigen Regelung liegt darin, dass die Festlegung der Höhe der Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken bei Unternehmenskrediten nicht mehr pauschal, sondern entweder durch externe Bonitätsbeurteilungsinstitute („Standardansatz”) oder durch die Bank selbst („IRB-Ansatz”) erfolgen soll. In einem Überblick über bereits existierende Literatur wird festgestellt, dass eine Untersuchung der Auswirkungen von Basel II im Hinblick auf die Investi-tionsanreize der Banken in Ratingsysteme und die sich daraus ergebenden Wohlfahrtswirkungen bisher nicht existiert. Aus diesem Grund fo-kussiert das in der Arbeit entwickelte Modell auf folgende Fragen: 1. Welche Anreize setzt die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung den Kreditinstituten zur Investition in ihre Ratingsysteme ? 2. Welche Auswirkungen hat opportunistisches Verhalten seitens der Banken, die ihre Kreditrisiken eigenständig über den Internal-Ratings-Based Approach (IRB-Ansatz) bewerten ? 3. Welche Wohlfahrtsdifferenzen resultieren aus der Anwendung des Standard- oder des IRB-Ansatzes ? 4. Führt die Neue Eigenkapitalvereinbarung dazu, dass die Banken aus Sicht des Regulators eher zuviel oder eher zuwenig in Ratingsysteme investieren ? Als wesentliches Ergebnis des Modells kann festgehalten werden, dass die Zulassung von internem Rating zur Festlegung der regulatorischen Eigenkapitalhöhe nicht in jedem Fall wohlfahrtssteigernd wirkt. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Banken, die über moderne Risikosteuerungssysteme verfügen, einen Anreiz haben, ihre private Information zur Erhöhung der Risiken in ihrem Portfolio zu nutzen. Dieses opportunistische Verhalten erhöht die Gefahr des Auftretens negativer externer Effekte. Damit wirkt es konträr zu den positiven externen Effekten, die aus der genaueren Quantifizierbarkeit von Kreditrisiken durch die Nutzung moderner Risikosteuerungssysteme resultieren. Das Modell, in dessen Zentrum die Analyse dieses „trade-off” steht, kommt zu dem Ergebnis, dass es aus Sicht des Bankenregulators vorteilhafter ist, in Märkten, die einen hohen Anteil ausfallender Projekte („lemons”) aufweisen, Kredite über Banken mit modernen Risikosteuerungssystemen („IRB-Banken”) vergeben zu lassen. In relativ sicheren Märkten wirkt sich eine Bevorzugung der Banken, die den Standardansatz verwenden, allerdings günstiger aus, weil die Institute, die die Ratings externer Agenturen nutzen, nicht über private Informationen verfügen. Bei hohen positiven externen Effekten aus der Bankfinanzierung erweisen sich wiederum die IRB-Banken als vorteilhaft aus wohlfahrtsökonomischer Sicht. Aus Investitionsgesichtspunkten kann festgehalten werden, dass, je nach Ausprägung der Modellparameter, sowohl Situationen auftreten können, in denen aus regulatorischer Perspektive zuviel als auch zuwenig in bankeigene Risikosteuerungssysteme investiert wird. Das opportunistische Verhalten der Banken, die eine interne Bewertung der Kreditrisiken vornehmen, verhindert in der vorliegenden Arbeit eine eindeutige Vorteilhaftigkeit des IRB-Ansatzes. Dadurch wird das Ziel von Basel II, nämlich eine bessere Anpassung von regulatorischem Kapital und ökonomischem Risiko zu erreichen, ernsthaft in Frage gestellt, falls es dem Regulator nicht gelingen sollte, opportunistisches Verhalten seitens der IRB-Banken wirksam zu bekämpfen. Der Bankenregulator hat im vorliegenden Modell mit dem Instrument eines für verschiedene Banken und Kreditrisiken differenzierten Kapitalstandards nicht die Möglichkeit, eine eindeutige Vorteilhaftigkeit des IRB-Ansatzes herbeizuführen. Gelingt es dem Bankenregulator nicht, den Opportunismus wirksam zu bekämpfen, kann sich eine Implementierung des neuen Gesetzentwurfs sogar bereits vor Betrachtung des dazu notwendigen Aufwands auf Seite des Bankenregulators als nachteilig erweisen.

The main difference between the New Basel Capital Accord („Basel II”) and the currently valid regulation is that the amount of equity capital that a bank has to allocate to company loans in Basel II is determined by the riskiness of the individual company loans. The risk information is either provided by external credit assessment agencies („Standard Approach”) or by the bank itself („Internal-Ratings-Based (IRB-) Approach”). The economic literature has not yet analyzed the effects of this regime for the investment incentives of banks in rating systems and the resulting welfare consequences. This is the reason why the dissertation focuses on the following questions: 1. Which incentives for investments in rating systems are set by Basel II ? 2. What are the welfare consequences from opportunistic behavior of banks who choose to apply the IRB-Approach ? 3. Which welfare differences result from the application of two different credit rating regimes ? 4. Do banks invest too little or too much in rating systems from a welfare standpoint of view ? The main result of the paper is that the IRB-Approach does not maximize the welfare in all cases. The reason is that banks with modern risk assessment systems have an incentive to use their private information to increase the risk of their portfolios. This opportunistic behavior leads to higher negative external effects. It works therefore contrary to the positive external effects that result from the increased credit risk quantification abilities of IRB-banks. The economic model that focuses on this trade-off shows that the banking regulator prefers for markets with a high proportion of defaulting loans banks which apply the IRB-Approach. In „safer” markets with a low proportion of defaults, banks which use the standard approach are preferred as they do not have private information. If the financing through banks creates large positive externalities, IRB-banks perform better than the banks with the Standard Approach. In what investments in rating systems are concerned, the model shows that over- as well as underinvestment is possible. The opportunistic behavior of the IRB-banks is the reason why the IRB-Approach is not preferable in all cases. If the regulator cannot eliminate opportunistic behavior the goals of Basel II are endangered. The reason is that the instrument of capital standards itself is not sufficient to make the IRB-Approach preferable in all cases as it cannot compensate opportunistic behavior entirely. This means that the implementation of Basel II can have disadvantages even before considering implementation costs.

Fulltext:
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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT013688639

Interne Identnummern
RWTH-CONV-120690
Datensatz-ID: 58861

Beteiligte Länder
Germany

 GO


OpenAccess

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The record appears in these collections:
Document types > Theses > Ph.D. Theses
School of Business and Economics (Fac.8)
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800000

 Record created 2013-01-28, last modified 2022-04-22


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