2003
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2003
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2003-05-28
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-5824
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/58924/files/Fries_Michael.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; S-100 Protein (frei) ; Procalcitonin (frei) ; Herz-Kreislauf-Stillstand (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
Europaweit erleiden ca. 375.000 Menschen einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand (HKS). Trotz einer ständigen Wissenszunahme um die pathophysiologischen Zusammenhänge und die Therapie eines HKS gelingt es nur wenige dieser Patienten wieder zufriedenstellend, rehabilitiert in die Gesellschaft einzugliedern und oft bleibt der Ausgang der Reanimationsbemühungen längere Zeit unklar. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, Prädiktoren zu finden, die schnell und sicher eine Prognose über eine eventuelle neurologische Genesung der Patienten zulassen. In den letzten Jahren haben verschiedene Untersuchungen gezeigt, dass biochemische Marker, wie das nervengewebsspezifische S-100 Protein, in der Lage sind, das Ausmaß der neurologischen Schädigung nach einem HKS vorherzusagen. Bei der hier vorliegenden observationellen, prospektiven Studie wurden die Serumwerte von S-100 Protein mit denen von Procalcitonin (PCT) verglichen. PCT wurde in den letzten Jahren mit großem Erfolg als Sepsismarker etabliert. In jüngster Zeit zeigten aber verschiedene Untersucher, dass PCT auch bei traumatischer oder hypoxischer Gewebsschädigung induziert wird. Ziel der Untersuchung war es festzustellen, ob S-100 und PCT-Serumwerte eine Korrelation zum neurologischen Outcome von Patienten nach HKS aufweisen. Nach primär erfolgreicher Wiederbelebung wurde zu verschiedenen Zeitpunkten (bei Klinikaufnahme, Tag 1, Tag 2, Tag 3) 23 Patienten Blut entnommen und später auf Serumkonzentrationen von S-100 Protein und PCT untersucht. Die neurologische Untersuchung nach 14 Tagen trennte die Patienten mittels der Glasgow-Outcome-Scale in eine Gruppe mit schlechtem neurologischen Outcome (Gruppe I) und eine Gruppe mit gutem neurologischen Outcome (Gruppe II). Gruppenvergleiche wurden mittels des Mann-Whitney U Tests auf Signifikanz geprüft. Sensitivität und Spezifität der gemessenen Werte für die Vorhersage eines schlechten neurologischen Outcomes wurden mit Hilfe von Receiver-Operating-Characteristics berechnet. Die Hauptergebnisse sind, dass die S-100 Protein-Werte in Gruppe I zu allen Messzeitpunkten signifikant höher waren als in Gruppe II. Für PCT war dies an Tag 1, 2 und 3 der Fall. „Cut-off-Werte“ mit einer 100%-Spezifität für die Vorhersage eines schlechten neurologischen Outcomes lagen für S-100 Protein am Tag der Aufnahme bei 1,25 µg/L (Sensitivität: 62,5%). Für PCT lag dieser Wert an Tag 1 bei 0,5 µg/L (Sensitivität: 91,7%). Die Ergebnisse sind, zumindest für PCT, überraschend. Sie zeigen jedoch, trotz der geringen Fallzahl von nur 23 Patienten, die Möglichkeit auf, dass PCT als potentieller Surrogatmarker die generelle Sauerstoffschuld des Organismus anzeigt und so auch die zerebrale Hypoxie stellvertretend reflektiert. Eine Folgestudie, die eine größere Anzahl von Patienten einschließen soll, befindet sich zur Zeit in Vorbereitung.The time course of Procalcitonin (PCT) serum levels was assessed in cardiac arrest survivors and compared with S-100 serum levels concerning their predictive values for neurological outcome. PCT and S-100 serum levels were serially analyzed on admission and during the following 3 days after hospitalization in 23 patients succesfully resuscitated from out-of-hospital cardiac arrest. At day 14 patients were divided into groups according to the Glasgow-Outcome-Scale (GOS): one group with bad neurological outcome (GOS 1-3) and one group with good neurological outcome (GOS 4-5). Group comparisons were performed with the Mann-Whitney U Test. The diagnostic performance of PCT and S-100 levels was analyzed using receiver operating characteristics (ROC). Patients with bad neurological outcome had significantly higher S-100 levels than those with good neurological outcome at all investigated time points and significantly elevated PCT levels at days 1-3. Highest levels for S-100 were found immediately after hospitalization (3.4 ± 3.8 mg/L versus 0.7 ± 0.3 µg/L, p = 0.003), and for PCT at day 1 (37 ± 103 versus 0.2 ± 0.2 µg/L, p = 0.0002). The results show that PCT serum levels are possibly elevated in patients with bad neurological outcome after cardiac arrest, without signs of severe infection or concomitant sepsis. Based on this observation, studies on larger numbers of patients should prove the predictive value of PCT in those patients.
OpenAccess:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT013718444
Interne Identnummern
RWTH-CONV-120750
Datensatz-ID: 58924
Beteiligte Länder
Germany
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