2005
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2005
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2005-01-31
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-20050657
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/59908/files/Stebens_Dorothe.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; sexuelle Gewalt (frei) ; Gynäkologie (frei) ; Angst (frei) ; Depressivität (frei) ; Sexualität (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
Gewalt gegenüber Frauen ist häufig und führt zu vielfältigen körperlichen und seelischen Folgen. Uneinigkeit besteht darüber, ob es eine typische Erkrankung in diesem Zusammenhang gibt. Im Rahmen eines Projektes der sexualwissenschaftlichen Ambulanz der Universität Aachen wurden Patientinnen der gynäkologischen Klinik mittels eines teilstandardisierten biographischen Interviews als auch von Fragebögen (ASP, GBB, HADS-D) zu früheren Gewalterfahrungen gefragt und die Folgen der Gewalttaten auf ihr körperliches, seelisches und sexuelles Befinden hin untersucht. Es gaben 7,7% der befragten Frauen an, im Laufe ihres Lebens eine körperliche und/oder sexuelle Gewalterfahrung gemacht zu haben. Davon waren zwei Drittel der Frauen in der Kindheit misshandelt worden. Alle diese Frauen litten unter signifikant mehr unspezifischen körperlichen Beschwerden als die Kontrollgruppe. Auch traten bei ihnen signifikant häufiger Symptome von Angst und Depressivität auf. Dabei berichteten die Frauen mit einer allein körperlichen Gewalterfahrung häufiger von einer Angstsymptomatik, während sexuell misshandelte Frauen mehr über depressive Beschwerden klagten. Alle Gewaltopfer litten signifikant häufiger unter sexuellen Problemen. Allein in Bezug auf sexuelle Beschwerden zeigte sich ein Summationeffekt von körperlicher und sexueller Gewalt. Mit dieser Untersuchung konnte belegt werden, dass Gewalterfahrungen ein häufiges Problem bei gynäkologischen Patientinnen sind und dass diese Frauen sich durch viele unspezifische Probleme im körperlichen und seelischen Bereich als auch durch vielfältige sexuelle Störungen von nicht misshandelten Patientinnen unterscheiden. Eine spezifische Erkrankung in diesem Zusammenhang liegt nicht vor. Es ist deshalb notwendig, dass Ärztinnen und Ärzte in Bezug auf Gespräche über Intimität und Partnerschaft geschult werden und sie sich Kenntnisse in über Sexualmedizin, psychosomatische und psychosoziale Erkrankungen aneignen.Violence against women is a common problem and leads to multiple medical and psychiatric effects. Experts still disagree whether there is a typical illness in this connection. In this study patients of the university clinic of obstetrics and gynaecology were tested relating to their physical, psychological and sexual health. Therefore a biographic interview had taken place and the questionnaires ASP, GBB and HADS-D had to be filled out. 7.7% of the examined patients reported about physical and/or sexual violence in former life. Two third of them were assaulted as child. All of them suffered under significant more unspecific physical complaints. They had significant more symptoms of anxiety and depression. Women after physical violence reported more often about anxiety while sexual assaulted women suffered more often under depression. All had significant more sexual problems. With this study it could be proved, that domestic violence is a common problem under women of a gynaecologic clinic and has a lot of unspecific effects on their physical, psychological and sexual health. Physicians need to undergo training in taking medical history in connection with intimacy and partnership. They have to learn about psychosomatic and psychosocial problems as well as sexual difficulties of women.
Fulltext:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT014380936
Interne Identnummern
RWTH-CONV-121649
Datensatz-ID: 59908
Beteiligte Länder
Germany
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