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Nutzen und Risiken der prophylaktischen intraabdominellen Drainage in der elektiven Kolonchirurgie : eine prospektive klinische Beobachtungsstudie



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Eyüp Yasar Temiz

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2005

Umfang76 S. : graph. Darst.


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2005


Genehmigende Fakultät
Fak10

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2005-06-13

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-11592
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/60046/files/Temiz_Eyuep.pdf

Einrichtungen

  1. Medizinische Fakultät (510000-1)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; Kolonchirurgie (frei) ; intraabdominelle Drainagen (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610

Kurzfassung
Die prophylaktische Verwendung der intraabdominellen Drainagen in der elektiven kolorektalen Chirurgie ist ein häufig diskutiertes Thema. In mehreren randomisierten Studien ist die Tatsache bewiesen, dass die Drainagen keinen positiven Einfluß auf den postoperativen Verlauf haben. Trotzdem besitzen viele Chirurgen die Neigung, intraabdominelle Drainagen zu benutzen. Mit dieser Studie hatten wir die Aufgabe, unsere Ergebnisse mit den Ergebnissen der früheren Studien zu vergleichen und diese auf Nachvollziehbarkeit zu überprüfen. Von August 2000 und März 2002 wurden 40 Patienten bei elektiven kolorektalen Eingriffen nach chronologischer Reihenfolge in zwei Patientengruppen unterteilt. Die erste Patientengruppe (Kontrollgruppe) bekam eine prophylaktische intraabdominelle Drainage nach der Operation. Bei der zweiten Patientengruppe (Testgruppe) wurde auf eine intraabdominelle Drainage verzichtet. Die Patienten beider Patientengruppe wurden hinsichtlich ihres postoperativen Verlaufes beobachtet. Dabei wurden auf Komplikationen wie Anastomoseninsuffizienzen, Wundheilungsstörungen, intraabdominelle Flüssigkeitsansammlungen und vieles mehr geachtet. Von 40 Patienten gehörten 20 Patienten zur drainierten Gruppe und die restlichen 20 Patienten zur nichtdrainierten Gruppe. Die Patienten hatten ein Durchschnittsalter von 60,98 Jahren ( mD 55,4 J. ; oD 66,55 J. ). Das Verhältnis von Männern zu Frauen betrug 13 zu 27 ( mD 7/13 ; oD 6/14 ). Die Patienten hatten ein durchschnittliches Aufnahmegewicht von 71,54 kg ( mD 71,21 kg ; 71,87 kg). Die häufigste durchgeführte Operation war die Sigmaresektion. Sie wurde 21 mal durchgeführt ( mD 12x ; oD 9x ). Die häufigste Diagnose war das kolorektale Karzinom. Es wurde 21 mal diagnostiziert ( mD 10x ; oD 11x ). Fieber als Komplikation kam insgesamt 5 mal vor ( mD 4x ; oD 1x ). Die durchschnittliche postoperative Körpertemperatur lag in der drainierten Gruppe höher als in der nichtdrainierten Gruppe. Die nichtdrainierte Gruppe wies höhere Leukozytenwerte als die drainierte Gruppe. Der durchschnittliche Gewichtsverlust betrug in der drainierten Gruppe 5,4% und in der nichtdrainierten Gruppe 3,52%. Die durchschnittliche stationäre Aufenthaltsdauer lag bei 14,55 Tagen ( mD 14,85 T. ; oD 14,25 T. ). Hyponatriämie trat in 36 Fällen auf ( mD 20x ; oD 16x ). Hypernatriämie trat in 3 Fällen auf ( mD 3x ; oD 0x ). Hypokaliämie gab es in 16 Fällen ( mD 9x ; oD 7x ). Hyperkaliämie trat 7 mal in Erscheinung ( mD 4x ; oD 3x ). Bei 15 Patienten sind Komplikationen aufgetreten (mD 8x ; oD 7x). Die Patienten mit einer Begleiterkrankung hatten eine etwas höhere Komplikationsrate als die Patienten ohne Begleiterkrankung. Die Übelkeit als Komplikation kam während dieser Studie 13 mal vor ( mD 10x ; oD 3x ). Davon hatten 5 Patienten erbrochen ( mD 3x ; oD 2x ). Während dieser Studie mussten keine Re-OP´s durchgeführt werden. 30% der drainierten Patienten wiesen sonographisch freie Flüssigkeit auf. Bei den nichtdrainierten Patienten betrug der prozentuale Anteil 25%. Bei 10 Patienten konnte man sonographisch Meteorismus nachweisen ( mD 7x ; oD 3x ). Das subjektive Schmerzempfinden war in der nichtdrainierten Gruppe geringer ausgeprägt als in der drainierten Gruppe. Der erste Luftgang hatte in der drainierten Gruppe nach 2,94 Tagen und in der nichtdrainierten Gruppe nach 2,88 Tagen stattgefunden. Der erste Stuhlgang hatte in der drainierten Gruppe nach 4,8 Tagen und in der nichtdrainierten Patientengruppe nach 4,15 Tagen stattgefunden. Die Drainagen wurden im Durchschnitt nach 7,53 Tagen entfernt. Von den 20 drainierten Patienten hatten alle blutig-seröses Sekret gefördert. Die durchschnittliche Fördermenge der Drainagen lag bei 497,06 ml. Diese Studie hat gezeigt, dass eine prophylaktische intraabdominelle Drainage (easy-flow) nach elektiven Kolon-Eingriffen insofern keinen Einfluß auf den postoperativen Verlauf, als daß eine Verringerung der postoperativen Komplikationsrate und der durchschnittlichen stationären Aufenthaltsdauer nicht feststellbar waren. Da der Nutzen einer Drainage nicht feststellbar und die Risiken bekannt sind, sollte die Indikation der Draineinlage streng erfolgen.

Objective and Methods: This trial investigates the role of drainage in the prevention of complications after elective colorectal resections. Many surgeons continue to place a prophylactic drain after completion of a colorectal anastomosis, despite considerable evidence that this practice may not be useful. Between August 2000 and March 2002, 40 patients (13 men and 27 women), mean age 60,98 years, with either carcinoma, benign tumor, diverticular disease of the sigmoid colon, or another disorder located from the right colon to the rectum were not randomized to undergo either drainage (n=20) with easy-flow-drains or no drainage (n=20). The patients of the both groups were examined about their postoperative course. Drain-related complications include those possibly benefiting from drainage (leakage,intra-abdominal infection, bleeding) and those possibly caused by drainage (wound infection, hernia, intestinal obstruction, fistula) has been questioned. Results: There were 4 patients with fever in the drainage group (dg) and one patient in the non-drainage group (ndg). In the ndg the patients have higher leukocytes.The average loss of weight was 5,4% in ndg and 3,52% in dg, there was a significant difference.The patients of the ndg could be discharged earlier on average than the patients of the dg (14,25 vs 14,85 days).20 patients of the dg and 16 patients of the ndg showed hyponatremia.3 patients of the dg showed hypernatremia. Also there were fewer hyper-/hypokalemias in patients of ndg compared to patients of the dg. (hyperkalemia 3 patients vs. 4 patients, hypokalemia 7 patients vs. 9 patients). Those differences were statistically significant. 15 patients had postoperative complications, the most of these patients had secondary illnesses.Nausea was found in 10 patients of the dg and in 3 patients of the ndg.3 patients of the dg and 2 patients of the ndg were vomiting.During this trial examination it was no relaparatomy needed.The ultrasonographic detection showed that 30% dg patients and 25% ndg patients have intraabdominal fluid.The first flatus in the dg was after 4,8 days and in the ndg after 4,15 days.The dg patients had fewer subjective pain than the patients of the ndg. On average the drains removed after 7,53 days with an average fluid volume of 497,06 ml. Conclusions: In conclusion, we have been unable to demonstrate any advantage for the use of prophylactic drains following colonic anastomosis.There were no differences in the incidence of postoperative complications in the two groups. This prospective, not randomized trial showed that there is no advantage in inserting prophylactic drains after colonic anastomoses and their routine use needs to be reconsidered.

Fulltext:
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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT014472256

Interne Identnummern
RWTH-CONV-121776
Datensatz-ID: 60046

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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Document types > Theses > Ph.D. Theses
Publication server / Open Access
Faculty of Medicine (Fac.10)
510000\-1
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 Record created 2013-01-28, last modified 2025-06-05


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