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Steuerorientierte Erbteilung, erbschaftssteuerliche Belastungen der Vermögensnachfolge und ihre Berücksichtigung bei der Erbteilungsgestaltung = Tax-oriented Estate Settlement : Inheritance tax-derived impositions on the estate transferred and their consideration in estate planning



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Jens Hanebrink

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2006

UmfangXXVIII, 406 S.


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2006

Prüfungsjahr: 2006. - Publikationsjahr: 2007


Genehmigende Fakultät
Fak08

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2006-11-21

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-18273
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/61692/files/Hanebrink_Jens.pdf

Einrichtungen

  1. Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung (N.N.) (812410)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Wirtschaft (frei) ; Steuerrecht (frei) ; Erbschaft (frei) ; Erbteil (frei) ; Erbschaftserwerb (frei) ; Deutschland (frei) ; Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (frei) ; Erbschaftsteuer (frei) ; Steuerplanung (frei) ; Estate Planning (frei) ; Estate Settlement (frei) ; Inheritance Tax (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 330

Kurzfassung
Für den Regelungszweck der Erbteilung sieht das Erbrecht alternativ das Eintreten der gesetzlichen Erbfolge oder die gewillkürte Erbfolge (z.B. in Form eines Testaments) durch den Erblasser vor. In allen Anwendungsfällen, in denen der Erblasser hinsichtlich der erbfallbedingten Zuteilung seines Vermögens nicht vollständig interessenneutral ist oder in denen die standardisierten gesetzlichen Erbfolgeregelungen nicht zufällig das vom Erblasser gewünschte Erbteilungsergebnis herbeiführen, bildet die Willkürung der Erbfolge eine Möglichkeit, die Erbteilung nach individuellen Vorstellungen zu gestalten. Hierbei kann der Erblasser insbesondere den Umfang der Erbteile der von ihm vorgesehenen Nachfolger verfügen als auch die gegenständliche Zusammensetzung der Erbteile festlegen. Die unterschiedlichen rechtlichen Übertragungsformen im Rahmen der erbfallbedingten Nachfolge unterliegen in Deutschland als unentgeltliche Vermögensübertragungen der Erbschaftsteuer, die an dem individuellen Erwerbstatbestand auf der Ebene der jeweiligen Erwerber anknüpft. Weil sich die Höhe der individuellen erbschaftsteuerlichen Belastungen nach Maßgabe einer Vielzahl von persönlichen Merkmalen des Vermögenserwerbers sowie aufgrund der Eigenschaften des auf ihn übergehenden Vermögens bestimmt, ist die Erbschaftsteuerbelastung regelmäßig nicht proportional zum Umfang des Erbteils, sondern es können infolge der Besteuerung Erbanteilsverlagerungen auftreten. In diesem Fall stimmen nach Abzug der Steuerbelastungen die (Netto-)Erbanteile der Nachfolger nicht mehr mit den originär vom Erblasser verfügten Erbanteilen überein. Weichen z.B. die (Netto-)Erbanteile originär vom Erblasser zu gleichen Teilen bedachter Erben nach Steuerabzug wesentlich voneinander ab, werden die den Erbverfügungen zugrundeliegenden elementaren Zielsetzungen des Erblassers i.d.R. nicht erreicht. Ein Erbteilungsergebnis, das vornehmlich von den Zufälligkeiten der anzuwendenden steuergesetzlichen Regelungssystematik geprägt wird, führt die individuelle Regelung der Erbteilung durch den Erblasser jedoch insgesamt ad absurdum. In der Literatur zur steuerlichen Gestaltung der erbfallbedingten Vermögensnachfolge steht traditionell nur die Minimierung der auftretenden Erbschaftsteuerbelastung im Vordergrund der Untersuchungen. Dabei wird jedoch vernachlässigt, daß im Anwendungsfall der Erbteilungsgestaltung eine steuerliche Belastungsoptimierung – die dem verfügenden Erblasser selbst im übrigen nicht mehr zugute kommt – nur dann sinnvoll erscheint, wenn zunächst die Umsetzung elementarer nichtsteuerlicher Zielsetzungen (z.B. Erbgerechtigkeit oder Vermögenskontinuität) der Erbfolge sichergestellt ist. Vor diesem Hintergrund ist es die Zielsetzung der vorliegenden Dissertation, die steuerwissenschaftliche Diskussion der Nachfolgeplanung um das Gestaltungsziel der „Relationsneutralität der Erbteilung“ zu erweitern und den mit der Erbteilungsgestaltung befaßten Anwendern Lösungsansätze aufzuzeigen, mit denen etwaige steuerinduzierte Erbteilsverlagerungen bereits im Rahmen der erbrechtlichen Verfügungen prospektiv berücksichtigt werden können. Dazu konzentriert sich die Untersuchung insbesondere auf die folgenden Fragestellungen:- Was sind steuerinduzierte Erbteilsverlagerungen, und wie lassen sie sich von anderen steuerlichen Wirkungen im Zusammenhang mit dem erbfallbedingten Vermögensübergang abgrenzen?- Welches sind die Ursachen für das Auftreten steuerinduzierter Erbteilsverlagerungen, und wie lassen sich die auftretenden Verlagerungswirkungen systematisieren?- Auf welche Weise sind die im Einzelfall auftretenden Erbteilsverlagerungen quantifizierbar, und welches Gewicht ist ihnen bei einzelnen Nachfolgeregelungen beizumessen?- Wann erwächst aus dem Auftreten von Erbteilsverlagerungen ein besonderer Planungsbedarf, und welche Maßnahmen stehen zum Zweck einer angemessenen Berücksichtigung steuerinduzierter Erbteilsverlagerungen zur Verfügung?Der Untersuchungsaufbau der Dissertation orientiert sich nach einer Darstellung erb- und steuerrechtlicher Grundlagen im wesentlichen an der Vorgehensweise der klassischen Steuergestaltungslehre: Nach einer detaillierten Steuerwirkungsanalyse zur Aufdeckung der einzelnen Ursache-Wirkungs-Beziehungen werden die aufgedeckten Kausalbeziehungen zielorientiert im Sinne einer steuerorientierten Erbteilung instrumentalisiert. Die erzielten Einzelergebnisse ermöglichen die Entwicklung von Gestaltungsalternativen für unterschiedliche Kategorien von Anwendungsfällen, mit denen unerwünschte Erbteilsverlagerungen bereits bei der Erbteilungsverfügung ausgeglichen werden. Zudem kann gezeigt werden, daß in den unterschiedlichen Kombinationsfällen von Anwendungskategorien und Gestaltungsalternativen sowohl steuerliche Mehr- als auch Minderbelastungen im Vergleich zur Situation ohne Verlagerungsausgleich auftreten können. Anhand dieser Auswirkungen auf die Gesamtsteuerbelastung der Erbteilung ist es möglich, den einzelnen Anwendungskategorien die jeweils – bei ergänzender Zielsetzung der Steuerbelastungsminimierung – bevorzugt anzuwendende Gestaltungsalternative eindeutig zuzuordnen. Dem Anwender wird demnach neben der detaillierten Verfahrensbeschreibung für den Einsatz der einzelnen Gestaltungsalternativen für den einzelnen Anwendungsfall eine maßgebliche Entscheidungshilfe zur Alternativenauswahl an die Hand gegeben.

For settling estates, the German law of succession provides two alternatives: intestate succession or succession in accordance with a disposition of the deceased (e.g., a testament). In all cases in which the deceased is – with regard to the settlement of his estate – not completely free of own interests or in which the standardized legal order of intestate succession does not by chance bring about the settlement of the estate as intended by the deceased, disposing the succession presents a possibility to settle an estate in accordance with individual interests. Hereby, the deceased can dispose not only the size of his successors' shares in the estate, but also the concrete composition of their individual shares in the estate. As non-compensated asset transfers, the various forms of transfer in the context of an estate succession after the deceased's death are in Germany subject to inheritance tax, which is assessed according to the individual circumstances of the transfer on the level of the transferee. As the extent of the individual inheritance tax burden depends on numerous individual features of the transferee as well as on characteristics of the estate to be transferred, inheritance tax burdens are quite regularly disproportionate to the size of the share in the estate, so that the inherited portions may be shifted due to their taxation. In this case, after the fiscal impositions have been subtracted, the successors' (net) shares in the estate are no longer identical with the shares in the estate that the deceased had originally disposed by his will. For example, if the (net) shares in the estate of successors who have originally been made identical provisions for in the deceased's will, turn out to be highly dissimilar after tax deduction, even the most basic intentions of the deceased, which underlie his disposition, are very often not realized. However, an estate settlement that is primarily characterized by the accidentalities of the tax law code to be applied, does reduce the principle that the deceased as the owner of an estate is entitled to an estate settlement in accordance with his individual preferences, to absurdity. The focus of the scholarly literature on inheritance tax and estate planning, is traditionally on minimizing the resulting inheritance tax charges. However, this focus neglects the fact that in settling an estate a tax optimization – the results of which, by the way, will not benefit the deceased anyway – makes sense only after the realization of the elementary non-tax intentions concerning the estate succession (e.g., equitability in inheritance or estate continuity) is ensured. Therefore, this dissertation is to introduce "relational neutrality in estate settlement" as a discrete objective of estate settlement into the scholarly discussion on estate planning as well as to introduce practitioners in the field of estate planning to ways of prospectively, i.e., already at the time when the estate succession is disposed – taking potential tax-induced shiftings in the estate settlement into consideration. To this end, the study lays great emphasis on the following questions: - What are tax-induced shifts of the shares in an estate, and how can these be distinguished from other fiscal impacts in the context of estate transfers after the deceased's death?- What are the reasons for tax-induced shifts of the shares in an estate, and how can the effects resulting from these shifts be systematized?- How can these effects – resulting in individual cases from tax-induced shifts of the shares in an estate – be quantified, and how much importance is to be attributed to them in various statutory regulations of succession? - In which cases do tax-induced shifts of the shares in an estate make demand for separate planning, and which tools can be used to adequately account for the effects resulting from tax-induced shifts of the shares in an estate?Following an overview of basic concepts concerning inheritance taxation and fiscal law, the structural approach of this study is primarily based on the approach of the classic study of tax sciences: After a detailed analysis of taxation effects in order to reveal the various cause/effect relationships, the recognized causal relationships are instrumentalized in a targeted way for the purpose of tax-oriented estate settlements. The individual findings make it feasible to develop alternative estate settlement concepts for different categories of such settlements, through which unintended shifts of the shares in an estate can already be compensated for at the time when the estate succession is disposed. Also, it can be shown that depending on which estate settlement case is combined with which alternative settlement approach, the outcome is either a higher or a smaller tax burden in comparison to that without a compensation for the shift. On account of these effects on the total tax burden of the estate settlement, it is possible – while also striving for minimizing the fiscal imposition – to give clear recommendations on which alternative settlement approach to apply for which estate settlement case. The reader is thus not only provided with a detailed breakdown on how to apply which alternative settlement approach in various underlying settlement cases, but also with reliable decision-making guidance on selecting the tax optimal settlement approach.

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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT015062517

Interne Identnummern
RWTH-CONV-123328
Datensatz-ID: 61692

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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The record appears in these collections:
Document types > Theses > Ph.D. Theses
School of Business and Economics (Fac.8)
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Public records
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812410

 Record created 2013-01-28, last modified 2022-04-22


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