2003
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2003
Genehmigende Fakultät
Fak08
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2003-07-22
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-7021
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/61961/files/Bergmann_Markus.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Unternehmensgründung (Genormte SW) ; Risikokapital (Genormte SW) ; Wagnisfinanzierungsgesellschaft (Genormte SW) ; Beratungsbetrieb (Genormte SW) ; Agency-Theorie (Genormte SW) ; Wirtschaft (frei) ; Multi Task (frei) ; Prinzipal Agenten Theorie (frei) ; Venture Capital (frei) ; Inkubator (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 330
Kurzfassung
Unter Schlagzeilen wie "Venture Capital - Treibstoff für Traumrenditen", "Die neue Gründerzeit" oder "Geld wie Heu" hat sich die Wirtschaftspresse mit dem Phänomen einer neuen Gründerwelle befasst, die nach den USA nun auch Europa erfasst hat. Venture Capital (VC) oder Wagniskapital spielt dabei eine bedeutende Rolle. Diese Finanzierungsform erlaubt es, durch die Einbringung von zusätzlichem Eigenkapital durch den Wagnisfinanzier, den sogenannten VC-Geber, die Entwicklung des Unternehmens voranzutreiben, ohne die Liquiditätslage mit laufenden Finanzierungskosten, wie etwa Zins- und Tilgungszahlungen bei der Standard-Kreditfinanzierung, zu belasten. Durch die Anforderungen, die eine möglichst schnelle Realisierung der Innovation an das Unternehmen stellen, hat sich die VC-Branche verändert. In den letzten Jahren entstanden neue Formen von Wagniskapitalgebern, die besonders darauf abzielen, den gestiegenen Bedarf der Unternehmensgründer an Management-Know-how zu befriedigen. Alle großen Management-Beratungsunternehmen, z.B. MCKinsey, BCG, Bain&Company, haben eigene "Inkubatoren" etabliert, die den Neugründungen sowohl Kapital als auch ihr umfangreiches Management-Know-how zur Verfügung stellen. Da ein Wagniskapitalgeber alleine die gestiegenen Anforderungen an Kapital und Managementberatung nicht leisten kann, finden sich oft Konstellationen, in denen verschiedene Wagniskapitalgeber in einem Beteiligungsunternehmen zusammenarbeiten. So agieren meist Inkubatoren (als Managementdienstleister) und VC-Gesellschaften (als Kapitalgeber) zusammen in Start-Up-Unternehmen. Diese Konstellation ist Untersuchungsgegenstand der Dissertation. Dazu wird ein Multi-Task-Prinzipal-Agenten-Problem untersucht, bei dem die Gesamtarbeitsleitung des Agenten fix vorgegeben ist. Der Agent (Inkubator) wird vom Prinzipal (VC) dazu angestellt, den Ertrag guter Projekte zu steigern und schlechte Projekte zu erkennen. Das daraus ableitbare Anreizproblem ergibt sich aus der (unbeobachtbaren) Arbeitsaufteilung des Agenten auf die beiden Aufgaben. Zuallererst wird nachgewiesen, dass der Agent ohne zusätzliche Agency-Kosten dem Prinzipal seine Einschätzung über die wahre Natur des Projektes wahrheitsgemäß berichten wird. Danach wird gezeigt, dass im Falle ohne Wealth-Constraints, ein first-best-Kontrakt implementierbar ist, bevor im Weiteren der allgemeine Fall mit bindender Budgetrestriktion analysiert wird. In einem ersten Schritt, bei dem die Reputationseffekte des Agenten aus der Analyse ausgeblendet werden, benötigt man im Modell für einen first-best-Kontrakt zwei Instrumente (außer der fixen Upfront-Zahlung tau) die Erfolgsprämie für das Gelingen guter Projekte alpha und eine Entdeckungsprämie für schlechte Projekte phi. Ohne Reputationseffekte kommt es im Modell immer zu einem First-Best ohne Informationsrente. Das Vermögen gamma des Inkubators spielt dabei keine Rolle. Der optimale Vertrag wird komplexer, wenn Reputationseffekte zugelassen werden. Sind die negativen Reputationseffekte, die sich aus dem Misslingen eines Projektes ergeben, hoch im Vergleich zu den positiven Effekten, die sich aus dem Gelingen guter Projekte ergeben, so sagt das Modell voraus, dass keine Entdeckungsprämie gezahlt wird. Dieser Aspekt gilt besonders für sehr renommierte Inkubatoren (z.B. die von MCKinsey, BCG und Bain &Company gegründeten Inkubatoren) die eine hohe intrinsische Motivation haben, schlechte Projekte auf jeden Fall zu vermeiden. Genau das Gegenteil gilt für junge Start-Up-Inkubatoren, die sich große Reputationseffekte aus gut durchgeführten Projekten erhoffen. Diese Firmen sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre intrinsische Motivation, eventuelle gute Projekte zu verbessern, sehr hoch ist und sie daher ein größeres Risiko eingehen, auch schlechte Projekte weiterzuverfolgen. In diesem Fall gilt natürlich, dass keine Erfolgsprämie für gute Projekte vom Prinzipal zu entrichten ist, sondern vielmehr eine hohe Entdeckungsprämie für schlechte Projekte. Für beide oben skizzierte Fälle kann ein First-Best erreicht werden, ohne dass eine Informationsrente gezahlt werden muss, wenn der Agent über ein eigenes großes Vermögen verfügt. Gelingt es nicht ein First-Best zu implementieren, ohne eine Informationsrente zu zahlen, hängt der Grad der Ineffizienz von der Vermögensposition des Inkubators in einer mittleren Region ab. Aber auch hier wird der Prinzipal keine Informationsrente zahlen. Im Gegensatz dazu zahlt der Prinzipal eine Informationsrente in der Region mit einer sehr niedrigen Vermögensposition des Agenten. In diesem Fall hängt der Grad der Ineffizienz nicht vom Vermögen des Agenten ab. Zusammenfassend gibt das Modell also klare Voraussagen für alpha, phi und tau, abhängig vom Vermögen des Inkubators, dem Reservationsnutzen und den Reputationseffekten ab.The financial press greeted the phenomenon of the new founders' era, which spilled over to Europe from the US, with headlines like"Venture Capital - Boost for Return","A new era for founders" or"Money as much as you want". Venture capital (vc) has contributed significantly to this trend. This form of financing allows to boost the development of a company without the negative aspects of straight debt, such as interest and payback, on its liquidity. Due to the fact that time to market of an innovation had become increasingly important, the venture capital industry changed. Within the last few years new forms of venture capitalists arose, which try to serve the increased need of the founders for management know-how/capability. All of the well-known management consultancies, e.g. McKinsey, BCG, Bain & Company, have founded incubators, which provide start-up-firms with capital and extensive management-know-how. Since a single venture capital firm often cannot provide capital and management know-how at the same time, there are mostly co-operations between different kinds of venture capitalists within one start-up-firm. In most cases incubators (mainly as management-know-how-providers) and venture capitalists (mainly as source of capital and personal networks) co-operate. This paper examines the dynamics of this co-operation. We have analyzed a multi-task principal-agent problem where the total effort is given. The agent (the incubator) is hired by the principal (venture capitalist) to improve the expected value of good projects and to detect bad ones. Hence, the incentive problem concerns the agent's (unobservable) effort division between these two objectives. First, we have shown that the necessity to induce truth-telling does not lead to additional agency costs. Second, if the agent has neither positive nor negative reputation costs, then (besides an up-front payment) two instruments are required to implement a first best, namely a reward alpha if the project is successful, and a premium phi for detecting bad ones. Without reputation effects, a first best without information rent arises regardless of the agent's wealth gamma. The optimal contract becomes more interesting if there are reputation effects. If reputation costs from failing projects are high compared to the benefits of successful projects, our model predicts that no detection premium is paid. This may hold for well-known successful incubator firms (i.e. MCKinsey, BCG and Bain & Company) which have a high intrinsic motivation to prevent projects with negative expected value from being carried out. The opposite may hold if a yet unknown start-up-firm wants to gain reputation from a successful project. These firms may often have too high an intrinsic incentive to improve potentially good projects at the expense of taking a high risk that bad projects are undertaken. Then, no reward for successful projects needs to be paid, but rather high premiums if projects are cancelled. In both cases, the first best allocation can be reached without paying a rent if the reservation utility and/or the agent's wealth are high. If there is no first best reachable without paying a rent, the degree of inefficiency depends on the wealth in the intermediate region, but the principal does not pay a rent at all. By contrast, the principal pays a rent in the low-wealth region, but the degree of inefficiency is then independent of the agent's wealth. Summing up, our model leads to clear predictions concerning the payments alpha, phi and the upfront payment, depending on wealth, reservation levels of utility, and reputation effects.
OpenAccess:
PDF
(additional files)
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT013871764
Interne Identnummern
RWTH-CONV-123565
Datensatz-ID: 61961
Beteiligte Länder
Germany
|
The record appears in these collections: |