2007
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2007
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2007-09-05
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-20010
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/62520/files/Wegmann_Britta.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Insemination (Genormte SW) ; Spermatogramm (Genormte SW) ; Spermium (Genormte SW) ; Medizin (frei) ; Schwangerschaftsrate (frei) ; insemination (frei) ; spermiogram (frei) ; sperm (frei) ; pregnancy rate (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
Kurzfassung
In der ausgewerteten Studie wurde untersucht, ob und in welchem Ausmaß die einzelnen Spermiogramm-Paramter vor und nach Aufbereitung eines Ejakulates einen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate nach Intrauteriner Insemination (IUI) haben. Wenn möglich wurden Grenzwerte für die Parameter ermittelt, bei deren Unterschreitung die Wahrscheinlichkeit auf einen IUI-Erfolg stark abnimmt. Die aus den vorliegenden Daten errechnete Schwangerschaftsrate lag mit 23,6% pro Paar nur knapp unterhalb der Wahrscheinlichkeit eines fertilen Paares, innerhalb des ersten Monats schwanger zu werden (25-30%). Statistisch signifikante Einflüsse ließen sich nachweisen für den Body-Mass-Index (BMI), den Anteil lokal motiler Spermien im Basis-Spermiogramm, die prozentuale Änderung des Anteils lokal motiler Spermien vom Nativejakulat zum aufbereiteten Präparat, sowie für die prozentuale Änderung des Verhältnisses von B- zu C-motilen Spermien vor und nach Aufbereitung. Bezüglich des Alters der Frau ergab sich, dass die Schwangerschaftsrate von Patientinnen < 35 J. mit 13,7% deutlich über der Schwangerschaftsrate von Patientinnen älter als 35 J. (7,2%) lag; der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Ein Einfluss des Alters des Mannes auf die Schwangerschaftsrate konnte anhand der vorliegenden Daten nicht nachgewiesen werden. Frühere Schwangerschaften der Frau hatten keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate nach IUI. Bezüglich des Einflusses der Morphologie bzw. der schweren Defekte war anhand der vorliegenden Daten keine Aussage möglich, da zum einen teils stark schwankende Schwangerschaftsraten in den verschiedenen Gruppen der Morphologie bzw. der schweren Defekte gefunden wurden, zum anderen auch kein Absinken der Schwangerschaftsrate mit abnehmendem Anteil morphologisch normaler Spermien bzw. zunehmender Anzahl schwerer Defekte festgestellt werden konnte. Eindeutige Ergebnisse konnten für die folgenden Parameter ermittelt werden: Die Auswertung der Gesamtheit der Indikationen zeigte zwar keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate, bei Betrachtung der einzelnen Indikationen ergab sich jedoch eine signifikant niedrigere Schwangerschaftsrate für die tubare Funktionseinschränkung (4,6% pro Zyklus). Besonders gute Schwangerschaftsraten wurden bei Patientinnen mit primärer (18,4%) und sekundärer (16,7%) Sterilität, Ovarialinsuffizienz (16,7%) und Zyklusstörungen (28,6%) sowie für Paare mit idiopathischer Sterilität (15,2%) erreicht. Auch für die andrologische Indikation ist die IUI eine geeignete Therapie (Schwangerschaftsrate 12,2%). Es konnte gezeigt werden, dass der basale FSH-Spiegel gut geeignet ist zu unterscheiden, welche Frauen wahrscheinlich schwanger werden könnten und welche eher nicht; der Grenzwert liegt bei < 10 mIU/ml. Die unterschiedlichen im Basis-Spermiogramm bewerteten Motilitätskategorien sind geeignet zur Differenzierung zwischen Paaren mit guten Erfolgsaussichten nach IUI und solchen, bei denen die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft eher gering ist; der Anteil der lokal motilen Spermien hat dabei einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Schwangerschaftsrate. Für die Langzeitmotilität konnte in der vorliegenden Studie der WHO-Grenzwert von mindestens 20% motilen Spermien nach zwei Stunden bestätigt werden. Bezüglich der Motilität nach einem Tag konnte anhand der vorliegenden Daten ein Mindestwert von 10% motilen Spermien ermittelt werden. Die in Aachen durchgeführten Spermienfunktionstests (Eosintest, HOS-Test und Chromatin-kondensation) sind jeder für sich geeignet zur Differenzierung zwischen Paaren mit guten bzw. schlechten Chancen auf eine Schwangerschaft nach IUI. Als Grenzwerte ergaben sich mindestens 50% vitale Spermien im Eosintest, mindestens 60% intakte Spermien im HOS-Test und ein Anteil von mindestens 50% mit normaler Chromatinkondensation. Funktionstests und Grenzwerte:Test Grenzwert [%]Motilität nach 2 Stunden> 20 Motilität nach 1 Tag > 10 Vitalitätstest > 50 Hypoosmolarer Schwelltest> 60 Chromatinkondensation > 50 Als optimale Karenzzeit wird nach Auswertung der vorliegenden Daten eine Abstinenz von 8-10 Tagen vor Durchführung der IUI empfohlen. Bezüglich der verschiedenen Aufbereitungsmethoden für die Ejakulate ergab sich, dass das am häufigsten angewendete Verfahren des Swim-up eine geeignete und erfolgreiche Methode zur Spermienselektion ist, da nach Anwendung dieser Technik gute Schwangerschaftsraten erzielt wurden (11,3% pro Zyklus). Für sichere Aussagen über den Wert der anderen Aufbereitungsmethoden reichen die Fallzahlen der vorliegenden Studie nicht aus, so dass hierfür weitere Studien durchgeführt werden müssten. Für die untersuchten Parameter aus den Ejakulaten vor und nach Aufbereitung konnten folgende Grenzwerte ermittelt werden. Grenzwerte für Spermiogramm-Parameter vor und nach Aufbereitung:Parameter Nativ Nach AufbereitungSpermienkonzentration > 15 Mio/ml 10-20 Mio/mlGesamtspermienzahl 20 Mio. pro Ejakulat1 Mio. pro EjakulatMotilität progr. Motilität -- > 50% Gesamtmotilität -- > 90% immotile Spermien -- < 10%inseminierte progr. motile Spermien -- 1 Mio. pro ProbeDer Vergleich von Schwangerschaftsraten aus Ejakulaten, in denen mehr als ein Parameter unterhalb der WHO-Normwerte lag, mit solchen, in denen mindestens zwei Werte innerhalb des WHO-Normbereiches lagen, zeigte, dass die Chancen auf eine erfolgreiche IUI umso höher waren, je mehr Parameter im Normbereich lagen. Anhand der vorliegenden Daten konnte gezeigt werden, dass eine IUI in Verbindung mit vorheriger Zyklusstimulation eine effiziente Methode ist, um den Kinderwunsch subfertiler Paaren zu erfüllen. Die IUI kann sowohl bei andrologischer, idiopathischer als auch gynäkologischer Indikation, mit Ausnahme der tubaren Funktionseinschränkung, zu zufrieden stellenden Ergebnissen führen.In the present study it was examined, wether at all and to which extend the single parameters of semen analysis before and after preparation do have an impact on the pregnancy rate after intrauterine insemination (IUI). If possible, a threshold was established beyond which the probability of success after IUI would decrease distinctly. The calculated pregnancy rate was 23,6% per couple and with that only slightly beyond the probability for a fertile couple to reach a pregnancy within the first month (25-30%). Statistically significant impact could be proved for the body-mass-index (BMI), for the fraction of local motil sperm in the basic spermiogram, for the percental change of the fraction of local motil sperm between the nativ and the processed spermiogram as well as for the percental change of the ratio between slowly progressiv and local motile sperm before and after preparation. In respect of the woman’s age it could be shown that the pregancy rate decreased clearly when the woman was younger (13,7%) respectively older (7,2%) than 35 years; the difference was not statistically significant. An impact of the man’s age could not be demonstrated in the present study. Former pregancies of the woman did also not have an effect on the pregnancy rate after IUI. Concerning the impact of morphology respectively “severe sperm defects” no final conclusion could be made because of highly fluctuating pregnancy rates in the different groups of morphology respectively severe sperm defects on the one hand. On the other hand, no decline of pregnancy rates could be shown with decreasing percentags of normal morphology respectively increasing fraction of severe sperm defects. Well-defined results could be drawn for the following parameters: The analysis of “indications” as a whole did not show an effect on the resulting pregnancy rates. However, with more detailed consideration of single indication-parameters a siginificantly lower pregnancy rate could be found for the tubal dysfunction (4,6% per cycle). Notably good pregnancy rates could be calculated for patients with primary (18,4%) and secondary (16,7%) sterility, ovarial dysorder (16,7%), cycle-dysorders (28,6%) as well as for couples with idiopathic sterility (15,2%). For the andrologic indication IUI also is an appropriate therapy (pregnancy rate 12,2%). As to the basal FSH-value it could be found that it is edaquate to distinguish between patients who will probably become pregnant and who probably will not. The various analysed categories of motility in the basis spermiogram are all qualified to differenciate between couples who have a good chance to become pregnant after IUI and those who only have a low chance to become pregnant; in doing so the fraction of local motile sperm has a statistically significant impact on the pregnancy rate. Concerning long-time-motility the WHO-threshold of at least 20% of motile sperm after two hours could be verified. In terms of motility after one day, for which the WHO does not propose a limiting value, by means of the present data a threshold of 10% of motile sperm could be found, which should be available to have a good chance to become pregnant after IUI. The sperm function tests used in Aachen (eosintest, HOS-test and chromatin-condensation-test) are all for themselves appropriate to differenciate between couples with good respectively bad chances for a pregnancy after IUI. As thresholds values of at least 50% vital sperm in the eosin-test, 60% intact sperm in the HOS-test and a fraction of at least 50% with normal chromatin condensation could be established.Sperm function tests and thresholds:Test Threshold [%]Motility after 2 hours > 20 Motility after 1 day > 10 Eosintest > 50 HOS-test > 60 Chromatin condensation > 50 As an optimal period of rest an abstinence from sexual intercourse of 8-10 days is recommended before IUI. As to the various preparation methods it was found that the most frequently used method of swim-up is a suitable and successful technique in regards of sperm selection, as after application of this method good pregnancy rates were achieved (11,3% per cycle). For confident predication regarding the values of the other utilized preparation methods the falling number of the present study is not sufficent, so that therefor further studies have to be put into practice. For the analysed parameters before and after preparation the following thresholds could be established.Thresholds for spermiogram parameters before and after processing: Parameter Native After processingSperm concentration > 15 mio/ml 10-20 mio/mlTotal number of sperms 20 mio. per ejaculate 1 mio. per ejaculateMotility progr. motility -- > 50% total motility -- > 90% immotile sperm -- < 10%inseminated progr. motile Sperm -- 1 mio. per sampleThe comparison of pregnancies from ejaculates, in which more than one parameter was beyond WHO-limit, with those in which at least two parameters were within the borders of WHO, showed, that the chance to become pregnant is so much the better, the more parameters are within the WHO normal range. On the basis of the present data it could be demonstrated that IUI in connection with cyle-stimulation is an efficient technique to fulfill the longing for a child of a subfertile couple. IUI can lead to satisfying results in case of andrologic, idiopathic as well as gynecologic indication, with exception of the tubal dysfunction.
Fulltext:
PDF
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Externe Identnummern
HBZ: HT015354164
Interne Identnummern
RWTH-CONV-124085
Datensatz-ID: 62520
Beteiligte Länder
Germany
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