2013
Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2013
Genehmigende Fakultät
Fak10
Hauptberichter/Gutachter
Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2013-07-09
Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-46780
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/230715/files/4678.pdf
Einrichtungen
Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Prävention (Genormte SW) ; Unfallverhütung (Genormte SW) ; Gesundheitsförderung (Genormte SW) ; Kind (Genormte SW) ; Schwangerschaft (Genormte SW) ; Migrationshintergrund (Genormte SW) ; Sozialstatus (Genormte SW) ; Alleinerziehender (Genormte SW) ; Vorsorge (Genormte SW) ; Stillen (Genormte SW) ; Risikoverhalten (Genormte SW) ; Medizin (frei) ; Kreis Aachen (frei) ; jugendliche Mütter (frei) ; prevention (frei) ; health promotion (frei) ; children (frei) ; socioeconomic status (frei) ; migrational background (frei)
Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610
rvk: XF 1900 * XE 2895
Kurzfassung
HINTERGRUND: Tragische Todesfälle in Folge von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung und Defizite in der gesundheitlichen Situation von Kindern in Deutschland ließen die Forderung nach verstärkten Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung in Familien aufkommen. Die vorliegende Studie hat zum Ziel, die gesundheitliche Versorgungssituation von Familien mit kleinen Kindern im ehemaligen Kreis Aachen zu verbessern.METHODIK: Es wurden insgesamt 627 Wöchnerinnen über ihre Informations- und Versorgungslage und über den Versorgungsbedarf kurz nach der Geburt ihres Kindes befragt. Dazu fand vom 01.09.2008 bis zum 28.02.2009 eine anonymisierte und freiwillige Fragebogenerhebung in den vier Geburtskliniken des ehemaligen Kreisgebietes statt. Zur zielgruppenspezifischen Bedarfserfassung wurden die Daten nach den fünf Variablen Städte und Gemeinden, Sozialstatus, Migrationsstatus, Gebäralter und Familienstand ausgewertet. Die explorative statistische Auswertung mit dem Programm SAS Version 9.1 beinhaltete Häufigkeitsberechnungen, X²-Testungen und multivariate logistische Regressionsanalysen. Das Signifikanzniveau lag bei allen statistischen Tests bei alpha=0,05, p<0,05. Da die Response trotz intensiver Studienbetreuung nur bei knapp unter 50% lag, ist die Studie als nicht repräsentativ zu betrachten. Dennoch geben die Ergebnisse wichtige Anregungen für zukünftige Interventionsmaßnahmen im Rahmen der Prävention und Gesundheitsförderung.ERGEBNISSE UND DISKUSSION: Bedarf bestand an Informationen zu den Themen Gesundheit, Vorsorge, Unfallverhütung, Erste Hilfe, Stillen und Ernährung und an Angeboten wie Babyschwimmkursen. Die Frauen wollten eher durch Printmedien wie Broschüren oder Bücher informiert werden als durch persönliche Beratung zu Hause. Bei Problemen würden sie sich am ehesten an eine Hebamme oder an einen Arzt wenden. Das Konzept der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, Geburten nur von Beleghebammen betreuen zu lassen, scheint sich zu bewähren. Die Hebammenanbindung von Müttern aus der Eifel war signifikant stärker als bei Frauen aus anderen Regionen. Über weitere Befragungen zur Bestätigung dieser These und über eine Ausweitung des Konzeptes der kontinuierlichen Betreuung durch Beleghebammen sollte nachgedacht werden. Im Hinblick auf die geringere Inanspruchnahme von Beratungsangeboten und die in dieser und in früheren Studien beschriebenen Defizite im gesundheitsfördernden Verhalten von sozial benachteiligten Familien im Vergleich zu Familien mit hohem sozialen Status sollte der spezifische Bedarf dieser Bevölkerungsgruppe detaillierter untersucht und Programme zur Reduktion von Tabakkonsum während der Schwangerschaft, zu Förderung des Stillens und zur Beratung über Unfallverhütung, gesunde Ernährung sowie Hilfe bei der praktischen Umsetzung finanzieller Probleme gefördert werden. Angesichts der erhobenen geringeren Teilnahme an Hebammenleistungen und eines erhöhten Informationsbedarfes über Gesundheit und Vorsorge des Kindes von Müttern aus Migrationsfamilien verglichen mit Müttern aus deutschen Familien sollte das Vertrauen in Hebammen bei Migranten unter Berücksichtigung kultureller Bedürfnisse gestärkt werden und migrationsspezifische Beratungsangebote gefördert werden. Da deutsche Mütter signifikant weniger stillten und signifikant häufiger während der Schwangerschaft rauchten, sollten insbesondere sie Zielgruppe für Präventionsmaßnahmen zur Förderung des Stillens und Verminderung des Tabakkonsums während der Schwangerschaft sein. Das soziale Netz von sehr jungen Müttern im Bezug auf die Versorgung ihres Kindes scheint angesichts eines signifikant erhöhten Unterstützungsbedarfes durch die eigene Familie und eine gleichzeitige signifikante stärkere Kinderbetreuung durch die Großeltern im Vergleich zu älteren Müttern intakt zu sein. Die alleinstehenden Mütter gaben keinen größeren Bedarf an Betreuungsangeboten wie Tagesmuttervermittlung oder Nachbarschaftshilfe an als die nicht alleinstehenden Mütter, sodass von einer ausreichenden Abdeckung des Betreuungsbedarfes ausgegangen werden kann. Da der Studienumfang es nicht zuließ, die Ursachen für die zum Teil unterschiedliche Informations- und Bedarfssituation in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu ermitteln, sind für die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in einigen Fällen noch weitere Befragungen über die zielgruppenspezifische Bedarfssituation notwendig.BACKGROUND: With regard to several tragic deaths of children because of child abuse and child maltreatment and some deficiency in the health situation of children in Germany interventions for prevention and health promotion were enhanced. This study aimed to improve the health related issues of families with toddlers in the former Kreis Aachen in Germany.METHODS: From 01/09/2008 to 28/02/2009 627 mothers of recent newborns in four obstetric clinics in the former Kreis Aachen were asked voluntarily and anonymous about their use of information supply and their needs for further information and support about child care. By differentiating the data into the five variables towns, socioeconomic status, migration background, mother’s age and family status the target group's specific requirements were determined. The explorative statistical analysis with the program SAS version 9.1 included evaluations of frequencies, chi-quare tests and multivariate logistic regressions. The level of significance were set at alpha=0,05, p<0,05. As the response lies slightly below 50%, this study does not supply representative data, but nevertheless the findings provide important suggestions for intervention programs in future.RESULTS AND DISCUSSION: The participating mothers required courses like baby swimming and further information about health issues, injury prevention, first aid for children, breastfeeding and nutrition. They preferred print media as an information source to electronic media or to home visiting programs. In case of problems they would contact preferential a midwife or a physician. Women, who delivered in the clinic of Simmerath, where deliveries are attended by ambulant midwifes only, were cared significantly more by midwifes than mothers from other regions. For further information to confirm the positive effects of one-to-one midwifery and to expand this kind of midwifery system, more research is needed. As families with a low socioeconomic status were less informed about several health issues and showed less health related behavior shown in this and former studies, further research on their specific requirements and intervention programs to reduce the smoking rate during pregnancy, to improve the breastfeeding rates and to teach about injury prevention, healthy nutricion, and financial possibilities is required. With regard to the lesser participation in midwifery care and the greater need of information about health and prevention issues of mothers living in a family with a migration background, programs promoting midwifery care and informing about health care should be developed considering specific cultural needs. Since mothers without a migration background fed their children significantly less by breastfeeding and smoked significantly more during pregnancy, interventions to improve breastfeeding rates and smoking cessation programs should be addressed especially to German mothers. The social network of teenage mothers regarding childcare seems to be satisfying as they claimed a significantly higher support of their family and concurrently their children were cared significantly more frequently by grandparents than children of older mothers. Lone mothers did not need more support regarding childcare than mothers living in relationships, thus their demand seems to be covered sufficiently. As the result of this study did not provide reasons for the differences between the population groups, further target-group specific research is needed to realize intervention programs.
Fulltext:
PDF
Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis
Format
online, print
Sprache
German
Interne Identnummern
RWTH-CONV-144994
Datensatz-ID: 230715
Beteiligte Länder
Germany
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