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Lebensqualität älterer Patienten mit Harninkontinenz in der Hausarztpraxis = Quality of life of elderly patients with urinary incontinence at the General Practitioner



Verantwortlichkeitsangabevorgelegt von Marike Naumann-Husemeyer geb. Husemeyer

ImpressumAachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University 2005

UmfangII, 65 S. : Ill., graph. Darst.


Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2005


Genehmigende Fakultät
Fak10

Hauptberichter/Gutachter


Tag der mündlichen Prüfung/Habilitation
2005-10-20

Online
URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-15940
URL: https://publications.rwth-aachen.de/record/61395/files/Naumann-Husemeyer_Marike.pdf

Einrichtungen

  1. Medizinische Fakultät (510000-1)

Inhaltliche Beschreibung (Schlagwörter)
Medizin (frei) ; Lebensqualität (frei) ; SEL (frei) ; Alter (frei) ; Harninkontinenz (frei) ; Hausarzt (frei) ; quality of life (frei) ; elderly (frei) ; urinary incontinence (frei)

Thematische Einordnung (Klassifikation)
DDC: 610

Kurzfassung
126 harninkontinente Patienten wurden im Winter 2001/2002 im Rahmen der Dissertation mithilfe des SF-12 Fragebogens zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Aachen befragt. Der Fragebogen wurde um eigene Zusatzfragen, zum Bereich der Harninkontinenz (HI), ergänzt. Die Befragten setzten sich aus 94% Frauen und 6% Männer zusammen, die zum Zeitpunkt der Befragung 60-96 Jahre alt waren. Es erfolgte eine differenzierte Darstellung der HI, ihrer Auswirkung auf das physische, psychische und soziale Wohlbefinden der Patienten und des Verhältnisses zwischen Hausarzt und Patient in dieser Problematik. Die HI-Problematik bestand bei fast 50% der Patienten seit über 7 Jahren. Deutlich wurde, dass HI die Patienten nicht erst im hohen Lebensalter, sondern schon zu Zeiten, in denen sie körperlich und sozial noch sehr aktiv sind, beeinträchtigt. Knapp 75% litten am Tag mehr als 3 Mal unter ungewollten Urinabgang. Es besteht in allen Altersgruppen ein Übergewicht der Dranginkontinenz (63%-86%) gegenüber den anderen HI-Formen. Die Patienten litten vielfach neben der HI noch an mehreren anderen akuten oder chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche / Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus oder Schmerzen, deren medikamentöse Therapie sich negativ auf die HI auswirkt. Das häufigste verwendete Hilfsmittel waren Vorlagen, die viele Patienten aus Unwissenheit selbst bezahlten. Therapeutisch wurde Beckenbodengymnastik von 33% der befragten Patienten, vornehmlich den jüngeren durchgeführt und dabei eine deutliche subjektive Besserung erzielt. Medikamentöse Therapie gegen HI wurde bei 41% der Patienten mit überwiegend subjektiver Besserung eingesetzt. Insgesamt zeigten die Therapien, ähnlich wie in Vergleichsstudien, eine subjektive Verbesserung der HI-Problematik und der Lebensqualität. Bei vielen der älteren Befragten, vornehmlich bei denen, die keine therapeutische Behandlung nutzten oder bekamen, musste allerdings eine erhebliche Unwissenheit über HI und ihre Therapiemöglichkeiten und Anwendungen festgestellt werden. Auch diese Studie bestätigt, dass die Lebensqualität der befragten Patienten in allen Altersgruppen durch die HI eingeschränkt wird. Dies gilt vor allem für psychische und soziale Aspekte z.B. der Partnerschaft. Es zeigte sich, dass das Thema HI gesellschaftlich immer noch tabuisiert wird, und auch mit dem Arzt zu selten besprochen wird. Nur 43% der befragten Patienten sprachen über HI mit Bekannten und Freunden; mit zunehmendem Alter verringerte sich diese Bereitschaft weiterhin. Die Einschätzung, dass HI eine normale Alterserscheinung ist, herrscht weiterhin bei den befragten Patienten vor und zeigt den noch hohen Aufklärungsbedarf in diesem Bereich. Die Ergebnisse dieser Befragung und der Vergleichsliteratur machen deutlich, dass Hausärzte das Problem der HI tendenziell zu selten ansprechen. Dadurch wird HI weniger diagnostiziert und die Patienten nicht ausreichend über Therapiemöglichkeiten aufgeklärt und behandelt. Je älter der Patient, desto geringer ist die beidseitige Problemansprache. Ursächlich hierfür sind aufseiten der Hausärzte am ehesten die Reduktion auf wichtigere Therapie-Aspekte der Gesundheit und aufseiten der Patienten wahrscheinlich die Normalität der Problematik, Scham und Unwissenheit. Die befragten Patienten sind zwar überwiegend sehr zufrieden mit dem Hausarzt in der HI-Problematik, dennoch haben viele ein schlechtes Zukunftsgefühl bezüglich der HI. Das deutet auf eine tendenzielle Hoffnungslosigkeit der Patienten hin. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die Qualität des Hausarzt-Patienten-Verhältnisses einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität der harninkontinenten Patienten hat. Ein vertrauensvolles und offenes Hausarzt-Patienten-Verhältnis mit individueller Aufklärung, Beratung und Therapie, verbessert die Lebensqualität älterer, harninkontinenter Patienten. Die entsprechenden Möglichkeiten in diesem Bereich scheinen bei weitem noch nicht ausgeschöpft zu sein.

In the winter of 2001/2002 within the scope of this dissertation 126 urinary incontinent patients were questioned with the help of the SF-12 questionnaire.A few questions mainly in the field of urinary incontinence (UI) were added. The participants were in 96% women, in 6% men, who were at that time between 60 and 96 years old (on average 75 years). A differentiated presentation of the UI was made as well as an examination of it’s effect on the physical, mental and social wellbeing of the patients and the relationship between General Practitioner and patient. The issue of UI has been exsisting in nearly have of the cases for more than 7 years. It became transparent that UI was limitating the patients not only at a high age but already when they were still very activ, physically and socially. Nearly 75% of the patients endured unwanted loss of urin more than 3 times a day. In all of the age groups there is a majority of urge-incontinence (63-86%) in comparison to other forms of incontinence. Apart from UI the patients often suffered from other acute or chronic illnesses like hypertension, cardial insufficiency, arrhythmias, diabetes or pain. Their medical treatment had a potential worsening effect on the UI. The mainly used means of aid were pads which were often paid by the patients themselves out of lack of information. Therapeutically training of the pelvic diaphrame were performed by 33% of the examined patients, mainly the younger ones, with a good subjective effect. A drug therapy was used by 41% of the patients with mainly subjective success. All in all it was shown that the available therapies, like in comparable studies, led to a subjective amelioration of the UI-problem and the quality of life. A considerable lack of information and knowledge about UI and it’s treatment-options has to be stated for many of the older patients.This study confirmes that the qualitiy of life is reduced by UI in all age groups. Foremost this is the case in mental and social aspects as for example in patnerships. Is was shown that the issue of UI is still a taboo in society and rarely discussed with a doctor. Only 43% of the questionned patients dicussed this topic with there friends or accquaintances. With mounting age this readyness is further reduced. The impression that UI is a normal manifestation of old age is vastly distributed and reflects the need for more information in this field.The results of this study and comparable literature reflects that General Practitioners (GP) too rarely address the problem of UI. Therfore UI is under-diagnosed and patients receive too little information and treatment alike. The older the patient the lower is the bilateral mentioning of the problem. This is caused mainly by concentration on more important aspects of therapie by the GP and on the patient’s side it is mostly caused by the impression of normality of the problem as well as embarassment and ignorance. Apart from the fact that most of the questioned patients are very content with their GP concerning the problem of UI, many of them have a negative feeling about the future regarding UI. This signifies the tendentious hopelessness of the patients.It can be stated that the quality of the relationship between the GP and the patient has a major effect on the quality of life of patients with UI.A trustful and open relationship with individual information, advice and therapy enhances the quality of life of elderly urinary incontinent patients. The appropriate means in this field don’t seem too be fully explored yet.

Volltext:
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Dokumenttyp
Dissertation / PhD Thesis

Format
online, print

Sprache
German

Externe Identnummern
HBZ: HT014876235

Interne Identnummern
RWTH-CONV-123064
Datensatz-ID: 61395

Beteiligte Länder
Germany

 GO


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Dokumenttypen > Qualifikationsschriften > Dissertationen
Publikationsserver / Open Access
Medizinische Fakultät (Fak.10)
Öffentliche Einträge
510000\-1
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 Datensatz erzeugt am 2013-01-28, letzte Änderung am 2026-06-02


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